20.12.2016

EU-Fahrplan für Energiewende: 30 Prozent Energie sollen bis 2030 eingespart werden

Energiewende, Europa, Energiepolitik, europäische, Winterpaket

Mit dem sogenannten Winterpaket will die EU die Weichen für mindestens 30 Prozent Energieeinsparung bis 2030 stellen.

Die Europäische Kommission treibt die Energiewende in Europa voran. Mit dem sogenannten Winterpaket veröffentlicht das Regierungsorgan der EU einen über 1000 Seiten umfassenden Fahrplan, mit dem man bis 2030 mindestens 30 Prozent Energie sparen möchte. Der Plan besteht aus einer ganzen Reihe von Gesetzesvorschlägen und Initiativen, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen.

Saubere Energie in der EU

Um das Einsparziel in dem gewünschten Zeitraum zu erreichen, möchte die EU vor allem die Sanierung und Modernisierung von Gebäuden weiter vorantreiben. Dafür plant die Kommission die Bereitstellung neuer finanzieller Mittel, die beispielsweise für Fenstersanierungen oder Wärmedämmungen genutzt werden können. Darüber hinaus sollen innerhalb der Europäischen Union nur noch energieeffiziente Geräte verkauft werden. Durch das Ökolabel werden Verbraucher in Zukunft in der Lage sein, entsprechende Geräte zu identifizieren. Das Label soll sicherstellen, dass Käufer ausreichend Informationen in Hinblick auf die Energieeffizienz eines Produktes erhalten. Wer in den kommenden Jahren konsequent auf die Anschaffung energieeffizienter Produkte setzt, soll bis 2020 jährlich 500 Euro sparen können.

Welche Änderungen kommen auf die Verbraucher zu?

Die EU stellt „Saubere Energie für alle Europäer“ in Aussicht, und baut dabei besonders auf Maßnahmen, die konkret die Verbraucher betreffen. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Bessere Verwaltung der digitalen Verbraucherinformationen.
  • Abrechnungen, der Versorgerwechsel und neue Vertragsabschlüsse bei Umzügen sollen in Zukunft schneller gehen.
  • Durch eine Beschränkung der Gebühren für den Versorgerwechsel können Anbieter einfacher gewechselt werden.
  • Zertifizierter Online-Preisvergleichsinstrumente sollen dabei helfen, die Angebote auf dem Markt besser zu bewerten.
  • Verbraucher können intelligenten Zähler anfordern, mit denen sich die Energieausgaben besser steuern lassen. Die Zähler erlauben es festzustellen, in welchen Zeiten der Strom günstiger ist, sodass man in diesen mehr verbrauchen kann.
  • Verbraucher oder Verbrauchergemeinschaften können zukünftig Strom nicht nur erzeugen und speichern, sondern auch verkaufen.

Die Energiewende im Privathaushalt

Mit den veröffentlichten Maßnahmen und Initiativen macht die EU deutlich, dass die Energiewende aus ihrer Sicht vor allem ein Thema für die Verbraucher ist. Verschmutzungsabgaben für Kohlekraftwerke oder finanzielle Mittel für die Förderungen der Beseitigung des Nuklearmülls sucht man im Winterpaket vergebens. Stattdessen sollen die Verbraucher aktiv werden, was auf unterschiedlichsten Wegen geschehen kann. Vergleichsweise bekannt und verbreitet ist in Deutschland die Nutzung von Solarenergie. Photovoltaikanlagen zur Stromgewinnung aber auch Solaranlagen für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung wurden in Deutschland über einige Jahre staatlich stark gefördert. Zuletzt gingen die Fördermittel in diesen Bereichen zwar zurück, mit den im Winterpaket geplanten besseren Möglichkeiten des Stromverkaufs, könnte die Nachfrage jedoch wieder steigen. Auch Kleinstwindanlagen können aus diesem Grund an Attraktivität gewinnen. Aktuell ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Privathaushalte selten gut genug, die geplanten Maßnahmen könnten dies ändern. Wärmepumpen und Biomasse-Heizkessel sind dagegen besonders aus Sicht der angekündigten Förderungen interessant. Neue, energieeffiziente Heizanlagen werden in Deutschland ohnehin schon gefördert. Durch das Winterpaket könnten Neuanschaffungen oder ein Umbau noch attraktiver werden. Dies gilt auch für Maßnahmen im Bereich der Wärmedämmung oder der Fenstersanierung.

Maßnahmen finanzieren

Einer der Hauptgründe dafür, dass viel Hausbesitzer von energetischen Sanierungsmaßnahmen zurückschrecken, sind oft die zunächst hohen Kosten. Zwar rentieren sich energieeffizienten Sanierungen langfristig praktisch immer, der Spareffekt setzt jedoch in der Regel erst über die Zeit ein. Um die Kosten aufzubringen, wird oft ein Kredit benötigt. Damit die Zinsen allerdings nicht den Spareffekt übersteigen, sollte ein Kredit im Vorfeld genau verglichen werden. Hierzu bietet sich beispielsweise der Kreditvergleich bei smava an. Eine weitere Anlaufstelle ist zudem die Kreditanstalt für den Wiederaufbau (KfW). Die KfW unterstützt deutsche Hausbesitzer auf unterschiedlichsten Wegen bei energetischen Sanierungsmaßnahmen. Von günstigen Krediten mit flexiblen Laufzeiten bis zu Fördersummen ist praktisch alles möglich. Wer im Bereich der Dämmung, Fenstersanierung oder Heizungserneuerung Investitionen plant, sollte sich in jedem Falle bei der KfW über Fördermöglichkeiten informieren. Gerade vor dem Hintergrund des Winterpakets stehen die Chancen in Zukunft auf eine Förderung sogar noch besser.

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