30.11.2018

Geld sparen und dabei Gutes tun: Ökostrom macht’s möglich

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Fossile oder regenerative Energien? Viele Menschen beschäftigt die Frage, ob sie die umweltbelastenden, schadstoffreichen Stromlieferanten weiterhin unterstützen möchten oder lieber auf sauberen Strom setzen.

Immer mehr Menschen steigen auch in Österreich auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen um. Sie möchten der Umwelt etwas Gutes tun und nicht mehr auf alte Energielieferanten angewiesen sein. Zu diesen zählen beispielsweise Atomkraft und Braunkohle. Stattdessen soll der Strom „sauber“ sein. Bei manchen Menschen herrscht dennoch das Vorurteil vor, dass Ökostrom automatisch mehr koste. Das stimmt so nicht: Es ist möglich, ausschließlich Ökostrom zu nutzen und dennoch Geld bei der Stromrechnung zu sparen. Dieser Artikel erklärt, worauf dabei zu achten ist.

Ist Ökostrom wirklich sinnvoll?

Seit weit über 100 Jahren nutzen die Menschen Strom: Ob in Kraftwerken, im Haushalt oder in Autos – Strom gehört mittlerweile zum Leben dazu wie das Wasser, das stetig aus der Leitung fließt. Lange haben die Menschen sich keine Gedanken darüber gemacht, woher ihr Strom eigentlich kommt beziehungsweise wie er erzeugt wird. Das hat sich in den letzten Jahren rasant geändert: Viele Menschen legen heute Wert darauf, dass ihr Stromanbieter umweltfreundlich Strom erzeugt und nicht mehr mit fossilen Brennstoffen arbeitet. So ist es auch nicht erstaunlich, dass weltweit bereits 40 Städte ausschließlich Ökostrom nutzen. Sinnvoll ist Grünstrom vor allem deshalb, weil er geringere Umweltbelastungen hervorruft. Beispielsweise produziert Strom aus Atomenergie sehr viel radioaktiven Müll, der aufgrund seiner langen Halbwertszeit sehr lange geschützt zu lagern ist. Strom, den Anbieter aus Wind oder Sonnenergie gewinnen, hinterlässt keinen Müll. Auch ist die Stromgewinnung durch Atomkraft wesentlich gefährlicher als die Erzeugung aus regenerativen Quellen.

Den richtigen Anbieter finden

Wer den Stromanbieter wechseln möchte, sucht zunächst nach Anbietern von Naturstrom in seiner Region. Hierbei kommt es vielen Verbrauchern vor allem darauf an, dass der Tarif günstig ist. Doch auch die Qualität des Stroms lassen viele heutzutage nicht mehr außer Acht. Zu diesem Zweck hat das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus das Österreichische Umweltzeichen „Grüner Strom“ ins Leben gerufen. Stromanbieter, die dieses Zeichen aufweisen, produzieren garantiert zu 100 Prozent grünen Strom. Außerdem lohnt es sich auch im Ökostrom-Segment, Preise und Tarife zu vergleichen, um den Anbieter mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu finden. Es ist zudem sinnvoll, sich mit den verschiedenen Arten von Grünstrom auseinanderzusetzen:

  • Windkraftanlagen erzeugen, wie der Name schon sagt, Windenergie: Der Wind setzt Rotorblätter in Gang, die dann den Strom erzeugen. Allerdings ist Österreich bisher noch nicht Vorreiter in puncto Windenergie und bezieht diesen Strom derzeit vor allem aus dem Ausland. Da Windenergie auch an Land gut funktioniert, will der Bund diese Sparte weiter ausweiten.
  • Photovoltaikanlagen sind für die Gewinnung von Sonnen-, oder auch Solarenergie, verantwortlich: Obwohl die Anschaffungskosten sehr hoch sind, setzen immer mehr Hauseigentümer auf derartige Anlagen auf den Dächern. So können Häuser relativ autark Strom erzeugen und Wasser erwärmen, nur mithilfe der Sonnenstrahlen.
  • Wasserenergie hat einen Nachteil: Die Wasserkraftanlagen, die für die Stromerzeugung verantwortlich sind, beeinträchtigen die Natur, insbesondere die Fischvorkommen in den genutzten Gewässern. Viele Stromanbieter wollen hier aber nachrüsten, da Wasserenergie die Hauptquelle für Naturstrom in Österreich ist.
  • Biomasse eignet sich ebenfalls für Ökostrom: Hier sind sowohl Biogas als auch feste Stoffe, wie zum Beispiel Holz, gemeint. Bei der Erzeugung der Energie können Schadstoffe entstehen, die entsprechende Filter auffangen.

Bei der Wahl des Anbieters für Grünstrom kommt es also sowohl auf den Preis als auch auf die Art der Energie an. Verbraucher sollten jedoch eines im Hinterkopf behalten: Ökostrom ist grundsätzlich etwas teurer als „normaler“ Strom, da hier die Produktion umweltfreundlich erfolgt und somit die Anbieter mehr Geld kostet. Auch fallen häufig zusätzliche Kosten für den Ausbau erneuerbarer Energien an.

Praxistipps für den Anbieterwechsel

Generell ist es einfach, den Stromanbieter zu wechseln. Wer sich nach einem Tarifvergleich für einen neuen, möglicherweise sogar günstigeren, Stromanbieter entscheidet, nimmt nun mit diesem Kontakt auf. Im Folgenden unterschreiben beide Parteien den ausgewählten Vertrag. Danach findet der Wechsel im Prinzip automatisch binnen etwa zwei Monaten statt. Es ist dennoch hilfreich, als Verbraucher auf einige Dinge zu achten:

  1. Der neue Energielieferant ist dafür zuständig, die alten Verträge zu kündigen, sodass der alte und der neue Vertrag nahtlos ineinander übergehen. Hier macht es Sinn, vom alten Lieferanten eine schriftliche Bestätigung einzufordern, dass die Kündigung tatsächlich zum gewünschten Datum erfolgt ist.
  2. Auch wenn der Kunde den Anbieter wechselt, ist der alte Anbieter verpflichtet, bis zum Kündigungsdatum den Strom wie gewohnt zu liefern. Sollte es hier zu Problemen kommen, ist noch der alte Lieferant zu kontaktieren.
  3. Wechselgebühren sind nicht legal. Verbraucher zahlen lediglich bis zum Kündigungstermin den alten Tarif und danach entsprechend den neuen Tarif. Doch nicht erschrecken: Die Endabrechnung erfolgt aus buchhalterischen und technischen Gründen häufig dennoch zum Jahresende. Hier dürfen aber keine weiteren Kosten als diejenigen bis zum Wechsel zu finden sein.

Wer diese Tipps beachtet und seine Stromrechnungen genau anschaut, ist vor bösen Überraschungen beim Anbieterwechsel gefeit.

Betrug beim Ökostrom?!

Leider ist auch die Branche des grünen Stroms nicht vor Betrügern geschützt. Laut Stiftung Warentest ist es möglich, dass manche Anbieter sogenannten grauen Strom zu Ökostrom „umetikettieren“, um ihn teurer verkaufen zu können. Dies funktioniert, indem einzelne Stromanbieter europäische Grünstrom-Zertifikate von anderen Anbietern kaufen. So suggerieren sie den Kunden, sie hätten den Strom umweltfreundlich produziert, obwohl dies nicht stimmt. Diese europäischen Zertifikate heißen Renewable Energy Certificate System, kurz RECS-Zertifikate, und sind im Prinzip erst dann sinnvoll, wenn der europäische Markt auch genauso viel grünen Strom nutzt, wie er produziert. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, wenngleich die österreichische Regierung geplant hat, das Land bis 2030 ausschließlich mit Ökostrom zu versorgen. Außerdem ist der gebräuchliche Begriff „Ökostrom“ nicht geschützt, was bedeutet, dass im Prinzip jedes Unternehmen seinen Strom so nennen kann, unabhängig von den Produktionsbedingungen. Verbraucher müssen sich dennoch nicht allzu große Sorgen machen. Durch die Zertifizierung von Unternehmen, die ausschließlich Ökostrom erzeugen, wirkt die Regierung Betrugsfällen entgegen. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings, dass es unumgänglich ist, auch beim Ökostromanbieter genau hinzuschauen, um nicht Opfer eines „Etikettenschwindels“ zu sein. Auf lange Sicht lohnt es sich in jedem Fall, auch jetzt schon auf Energie aus erneuerbaren Quellen zu setzen, da dies definitiv der Strom der Zukunft ist.


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