09.01.2018

Strompreise 2018 – Für wen lohnt der Wechsel?

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Sinkende Ökostromumlage spricht für Senkung der Strompreise in 2018, die geplante Angleichung der Übertragungsentgelte dagegen...

Die deutschen Stromverbraucher zahlen europaweit neben Dänemark die höchsten Strompreise. Im kommenden Jahr spricht jedoch einiges dafür, dass es zumindest in einigen Regionen endlich einmal zu einer Preissenkung kommen könnte.

Von dieser dürfte bei vielen Verbrauchern allerdings gar nichts oder nur wenig ankommen, während andere sogar mit einem Kostenanstieg rechnen müssen. Ein Wechsel kann sich daher durchaus lohnen.

Die Ökostromumlage sinkt

Erstmals seit 2015 soll die Umlage für Ökostrom im kommenden Jahr sinken. Während sie sich aktuell auf einem Wert von 6,88 Cent und damit auf einem Rekordniveau befindet, planen die vier Übertragungsnetzbetreiber für 2018 mit einer Summe von 6,792 Cent pro Kilowattstunde. Der Preis für den Transport von Strom sinkt damit also in einem geringen Umfang. Da zudem auch der Börsenpreis für Strom aktuell niedriger liegt als im Vorjahr, können die Lieferanten einiges an Geld sparen. Allerdings ist der Anbieter nicht verpflichtet, diese Einsparungen auch an den Kunden weiterzugeben. Trotz niedriger Kosten ist in einigen Regionen in Deutschland vermutlich sogar mit einem Preisanstieg zu rechnen.

Die Übertragungsnetzentgelte

Einer der Gründe für einen Anstieg der Strompreise ist die Vereinheitlichung der Übertragungsnetzentgelte. Im Frühling diesen Jahres beschloss die Bundesregierung, dass die Kosten für die Übertragung von Strom und den Ausbau des Stromnetzes nicht diskriminieren dürfen. Bisher zahlten die Menschen in Nord- und Ostdeutschland mehr, da hier verstärkt die Netze für die Einspeisung erneuerbarer Energien ausgebaut wurden. Dass die Kosten für den Bau jeweils auf die Haushalte in der jeweiligen Region umgelegt wurden, sorgte für viel Kritik, da der hier eingespeiste Strom oft anschließend in den Westen und Süden transportiert wird.

Sonderkündigungsrecht nutzen

Durch die geplante Angleichung der Übertragungsentgelte ist zu erwarten, dass die Strompreise im Westen und Süden Deutschlands steigen werden. Entsprechend sollten sich die deutschen Haushalte genau informieren. Stromanbieter sind verpflichtet, eine Erhöhung der Preise ihren Kunden schriftlich mitzuteilen. Der Preisanstieg bedeutet allerdings gleichzeitig, dass man seinen bisher laufenden Vertrag per Sonderkündigungsrecht beenden kann. Dies ist oft auch eine Chance, da man durch eine Recherche im Netz meist einen günstigeren Anbieter findet.

Wenn der Anbieter die Preise nicht senkt

Schwieriger ist die Sache für alle Stromkunden, die aufgrund der sinkenden Kosten ihrer Stromversorger einen Preisfall erwarten, jedoch weiterhin die gleiche Summe zahlen müssen. Wie schon erwähnt, ist der Versorger nicht verpflichtet, geringere Kosten an den Kunden weiterzugeben. Leider gibt es in solchen Fällen auch kein Sonderkündigungsrecht. Dies steht einem nur bei einem Anstieg des Strompreises zu. Man kann dem Versorger aber zumindest eine Botschaft senden. So bietet es sich in solchen Fällen an, den regulären Vertragsablauf zu überprüfen und schon einmal zu kündigen. Anschließend kann man sich bequem und ohne Zeitdruck nach einem günstigeren Versorger umschauen. Eine Ausnahme besteht zudem, wenn man sich noch im Grundtarif befindet. In diesem Fall können Verbraucher ihren Vertrag mit einer Frist von zwei Wochen kündigen und einen neuen Anbieter wählen.

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