23.11.2018

Wie viel Energieeffizienz lohnt sich beim Bauen?

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Eine Fotovoltaik-Anlage trägt dazu bei, ein Haus energieeffizienter zu machen

Wer heute ein Haus baut, muss in Bezug auf die Energieeffizienz strikte Richtlinien befolgen.

Die Vorschriften zu Wärmeverlust oder Energieverbrauch werden ständig verschärft. Insbesondere für neue Häuser liegt die Messlatte sehr hoch. Seit Anfang 2018 herrschen beispielsweise wesentlich strengere Vorgaben, was den Bedarf an Primärenergie pro Jahr oder den Dämmzustand von Neubauten betrifft.

Ständig schärfere Verordnungen

Die Standards, die heute gelten, entsprechen dem KfW-Effizienzhaus 55. Die entsprechenden Richtlinien stehen in der Energieeinsparverordnung (EnEV). Das „Gesetz über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden“ ist sehr umfangreich und auf der Seite des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz nachzulesen. Das Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sieht eine Förderung für das Effizienzhaus 55 vor. Weitere Standards stehen in den KfW-40-Anforderungen sowie in den Anforderungen für das Effizienzhaus 40 Plus. Dazu gibt es von der KfW entsprechende Förderprogramme. Die so entstehenden Gebäude erzeugen einen großen Teil ihres Energiebedarfs selbst und können diese Energie auch speichern. Wer heute ein Haus nach den geltenden gesetzlichen Richtlinien baut, sollte damit rechnen, dass das fertige Gebäude bereits im Zeitpunkt der Fertigstellung überholt sein könnte. Daher ist es eine Überlegung wert, schon direkt nach strengeren Standards zu bauen.

Ist es sinnvoll, mehr zu machen als gefordert?

Ein Passivhaus benötigt nur etwa 50 Prozent der Energie, die in den aktuellen Richtlinien gefordert ist. Es ist kein Fehler, nach den heute geltenden Bestimmungen zu bauen. Häufig ist es mehr eine ideelle Frage, tatsächlich ein Passivhaus zu errichten, das strengeren Richtlinien folgt. Bei vielen Bauherren entscheidet auch die Vernunft des Geldbeutels. Nicht in jedem Fall amortisieren sich die Mehrkosten mit der eingesparten Energie in einem überschaubaren Zeitrahmen. Wer ein Effizienzhaus 40 errichtet, sollte mit einer Energieersparnis von 25 bis 30 Prozent rechnen – eine Einsparung von 60 Prozent zu erwarten, ist hingegen unrealistisch.

Wie schnell sind die bautechnischen Vorschriften überholt?

Die Energieeinsparverordnung ist immer so formuliert, dass noch Raum für weitere Maßnahmen bleibt. Sie beschreibt nicht abschließend, was tatsächlich an Energieeinsparmaßnahmen möglich ist. Angesichts der aktuellen Klimaziele der Bundesregierung sowie der geplanten Energiewende sollten Bauherren ebenfalls umdenken. Inwieweit die Richtlinien sich noch in den nächsten Jahren verschärfen, hängt vorrangig von der Verfügbarkeit der entsprechenden Baustoffe ab. Durch eine steigende Nachfrage ist damit zu rechnen, dass die Preise erschwinglicher werden und die Baustoffindustrie neue, innovative Produkte entwickelt. Das kann dann zur Folge haben, dass die Bundesregierung die Richtlinien weiter verschärft. Sie plant bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand. Dies bedeutet für viele Bauherren energetische Sanierungen, wie den Seiten des Umweltbundesamtes zu entnehmen ist.

Wirtschaftliche Grenzen erreicht

Derzeit stoßen die Vorgaben der EnEV an wirtschaftliche Limits. Die bei der Umsetzung entstehenden Mehrkosten lassen sich oft nur über einen sehr langen Zeitraum durch Energieeinsparung hereinholen. Der Wärmeschutz trifft derzeit auf physikalische Grenzen. Der Höchststandard der KfW, das Effizienzhaus 40 Plus, ist ein Plusenergiehaus. Fotovoltaik-Anlagen sorgen in der Regel für die Stromgewinnung, seltener Windräder oder eine Biogas-Anlage. Attraktive Förderprogramme sollen Bauherren die Entscheidung erleichtern.

Das Passivhaus – effizienter als das KfW-Effizienzhaus

Mit einem Passivhaus können Bauherren weit mehr für die Umwelt tun. Das Besondere an diesem Baukonzept: Es benötigt bis zu 90 Prozent weniger Heizenergie als der Durchschnitt des Baubestandes. Allerdings liegen die Kosten für ein solches Haus durchschnittlich 15 Prozent höher als bei einem Neubau nach den Vorgaben der EnEV. Die Vorzüge des Passivhauses sind eine hervorragende Luftqualität sowie konstante Innentemperaturen. Jedenfalls sind Vor- und Nachteile des Passivhauses klug gegeneinander abzuwägen. Inwieweit die Vorteile die Mehrkosten rechtfertigen, muss letztendlich jeder Bauherr selbst entscheiden.

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