„Sind Wärmepumpen ökologisch sinnvoll?“

Energieberater: Grundprinzip der Wärmepumpentechnik

Im Interview: Einer unser Energieberater

Beratender Ingenieur und Baubiologe Rainer Kutzner gibt Tipps zur Wahl der richtigen Wärmepumpentechnik

Wer weniger arbeitet braucht weniger Energie. Wärme­pumpen-Heizungen bieten bei geringen Betriebskosten hohen Komfort!

Herr Kutzner, wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe hat die gleichen Komponenten wie ein Kühlschrank. Ein Kühlschrank entzieht dem zu kühlenden Eis- oder Kühlfach Wärme und gibt diese in die Raumluft ab. Eine Wärmepumpe funktioniert genau so, nur entzieht sie nicht die Wärme dem Eisfach, sondern der Umwelt. Dieser Wärmeentzug erfolgt entweder über Rohrschlangen aus dem Erdreich, über Brunnen aus dem Grundwasser oder aus der Außenluft.

Wann ist der Einsatz von Wärmepumpen sinnvoll?

Man stelle sich gedanklich einen Kühlschrank in der Sauna vor. So kann man leicht  nachvollziehen, dass dieser dort mehr Strom verbrauchen würde, als in einer normal temperierten Küche. Je größer der Temperaturunterschied, desto mehr Arbeit muss der Kompressor in der Wärmepumpe verrichten und braucht dafür dann dementsprechend mehr Strom. Eine Wärmepumpe ist also immer dann sinnvoll einsetzbar wenn auf einem niedrigen Temperatur-Niveau geheizt wird, wie es beispielsweise bei einer Wand- oder Fußbodenheizung der Fall ist.

Für welche Häuser lohnt sich das?

In erster Linie für Neubauten mit einer energieeffizienten Gebäudehülle und einer Wand- oder Fußbodenheizung. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass die entsprechende Umwelt-Wärmeentzugsquelle vorhanden, bzw. nutzbar ist. Also entweder die entsprechende Gartenfläche, die Möglichkeit einer Tiefenbohrung oder geeignetes Grundwasser. Eine Luftwärmepumpe kann fast überall eingesetzt werden. Bei der Luftwärmepumpe ist aber auf jeden Fall ein zusätzlicher Wärmeerzeuger erforderlich.

Gilt das auch für Bestandsbauten?

Ja, wenn die vorgenannten Bedingungen erfüllt sind.

 

Zur Person: Unser Energieberater

 

Rainer Kutzner Beratender Ingenieur (BYIK BAU) und Baubiologe (IBR) aus Riedering, berät Sie anbieterneutral und unabhängig als einer unserer für KfW- und BAFA- Förderprogramme zugelassenen Energieberater.

Er erstellt schwerpunktmäßig Energie- und Sanierungskonzepte für Alt- und Neubauten, führt Luftdichtheitsmessungen (Blower-Door) und Begutachtungen (Bauschäden, Feuchte, Schimmel) durch und ist zudem Koordinator nach BaustellenVerordnung (Sicherheit und Gesundheitsschutz).

 

Energieberater Rainer Kutzner ist im südostbayerischen Raum tätig. Mehr Infos unter www.ib-kutzner.de.

Gibt es Nachteile bei der Wärmepumpentechnik?

Wie immer gibt es Vor- und Nachteile. Eine Kombination mit einer Frischwasserstation ist zum Beispiel nicht sinnvoll, da die hier erforderlichen hohen Temperaturen einem effizienten Betrieb der Wärmepumpe wiedersprechen. Zur Erklärung: Das Trinkwarmwasser wird nicht in einem Boiler gespeichert, sondern im „Prinzip eines Durchlauferhitzers“ durch den Heizungspuffer kurz vor der Nutzung erwärmt.
Bei der Luftwärmepumpentechnik ist generell noch beachten, dass ein zusätzlicher Elektro-Heizstab unumgänglich ist, der bei Unterschreitung einer bestimmen Luft-Außentemperatur die Heizung unterstützt bzw. übernimmt.
Wärmepumpen verbrauchen unsere hochwertigste und teuerste Energie „Strom“. Wenn eine geeignete Dachfläche vorhanden ist, sollte die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage geprüft werden. Das wäre aber nur dann besonders effektiv, wenn die Steuerung tagsüber alle Wärme-Puffermöglichkeiten ausnutzt.

Worauf muss man bei der Anschaffung in Bezug auf die Wärmepumpenart achten?

Die am Markt gängigen Produkte sind größtenteils technisch ausgereift. Das Wichtigste ist  eine dem Kauf vorausgehende Planung auf Basis der energetischen Kenndaten des Gebäudes und auf die Prüfung der zur Verfügung stehenden Wärmequellen, damit die erforderliche Energie in ausreichendem Umfang aus der Umwelt entnommen werden kann.

 

 

Das Interview führte Eva Mittner.

 

Unsere Empfehlung

 

Sie interessieren sich für den Einsatz der Wärmepumpentechnik?

Leider gibt es auch hier nicht die eine Standard-Lösung für alle, sondern die Notwendigkeit der Klärung einiger Fragen vorab. Aus diesem Grund empfehlen wir Ihnen die ganz individuellen Voraussetzungen und Lösungsmöglichkeiten für Ihren Fall durch einen unabhängigen Energieberater ermitteln zu lassen. Dieser berücksichtigt die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort, wie die energetischen Kenndaten des Gebäudes und prüft die zur Verfügung stehenden Wärmequellen. Auf dieser Grundlage kann Ihnen der Energieberater eine individuell auf Ihre Ansprüche zugeschnittene Nutzung der Wärmepumpentechnik empfehlen.

 

Kosten, Zeit und Nerven sparen:

Durch die unabhängige Beratung hilft Ihnen ein Energieberater Fehlinvestitionen zu vermeiden und versorgt Sie zudem mit weiterführende Infos und Tipps zu möglichen Förderungen durch KfW und BAFA.

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