Energie vollständig selbst erzeugen könnte bald üblich sein

Null-Energiehaus & Plus-Energiehaus

null energie haus,plus energie haus,0 energiehaus

Europas erstes Null Energie Haus Bild: H. Wolpensinger

Null Energiekosten, nur Einnahmen: Wenn das Haus mehr Energie erzeugt als es verbraucht.

Der Trend der Forschung geht zum Haus der Zukunft, das komplett unabhängig vom Gas- oder Stromnetz und fossilen Energieträgern ist (Nullenergiehäuser). Und nicht nur das: Es gibt sogar schon Häuser, die mehr Energie erzeugen, als ihre Bewohner verbrauchen: sogenannte Plusenergiehäuser.

Was ist ein Plus-Energiehaus?

Ein herkömmliches Haus muss benötigt Energie für Heizung und zur Warmwasserbereitung. Der Energiebedarf fällt umso geringer, je energiesparender die Bauweise ist.

 

Ein sogenannte Nullenergiehaus weist eine neutrale Energiebilanz auf, da es baulich und technisch so ausgestattet ist, dass üblicherweise keine Energiezufuhr erforderlich ist.

Nochmal effizienter sind Plusenergiehäuser: Plusenergiehäuser verfügen über eine sehr gute Wärmedämmung und sind mit zusätzlichen Anlagen zur Energiegewinnung, wie z.B. einer Photovoltaik- oder Solarthermieanlage auf dem Dach, ausgestattet. Plusenergiehäuser benötigen unterm Strich weniger Energie als sie erzeugen und weisen somit eine positive Energiebilanz auf. Die überschüssige Energie kann bspw. für die Ladung eines Elektroautos genutzt, in`s öffentliche Stromnetz eingespeist oder gespeichert werden.

Es gibt keine allgemeine Norm ab wann ein Plusenergiehaus als solches bezeichnet werden darf. Es ist auch nicht klar festgeschrieben, ob auch die Beleuchtung des Hauses Teil der Energiebilanz ist oder nur die Beheizung und Warmwasserbereitung.

Wie geht das?

Die Definitionen von Nullenergiehaus und Plusenergiehaus nicht eindeutig geregelt, folgende Punkte können wichtige Komponenten dieser Gebäudearten sein:

Mögliche Vor- und Nachteile eines Plusenergiehauses

 
Vorteile Plusenergiehaus Nachteile Plusenergiehaus
Reduzierte Kosten durch die dauerhafte Energieeinsparung Anfänglich hohe Kosten für den Bau
Eine unabhängige Energieversorgung ist möglich Vermehrte Kosten für mögliche Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen
Bewohner sind unabhängig von endlichen fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl und deren Preisentwicklung Eine professionelle Lüftungsanlage ist zur Vorbeugung von Schimmel nötig
Erhöhte Verkaufschancen aufgrund der zukunftsorientierten Bauweise Eine mangelhafte Lüftungsanlage kann gesundheitliche Schäden verursachen
Gesundes Wohnklima durch natürliche Materialien Aufgrund der kompakten Bauform weniger Gestaltungsmöglichkeiten als bei herkömmlichen Neubauten
Förderung durch die KfW Nicht jeder Bebauungsplan lässt den Bau eines Plusenergiehauses zu

Kosten Plusenergiehaus

Die genauen Kosten für ein Plusenergiehaus lassen sich pauschal schwer beziffern, da diese je nach Bauweise, Grundriss und (technischer) Ausstattung differieren können. Die Kosten steigen mit dem energetischen Standard. Daher kann man zumindest sagen, dass ein Plusenergiehaus in der Regel um rund 15 bis 30 Prozent teurer als ein Standard-Energiesparhaus ist. Dem gegenüber stehen jedoch die Ersparnis durch geringere Beschaffungskosten für Strom - in der Regel ist dies der Anteil des Eigenverbrauchs des Solarstroms - und je nach Anlagenkonfiguration auch für Heizwärme als auch die Mehreinnahmen, die durch eine eventuelle Einspeisung oder eine Direktvermarktung des Solarstroms erzielt werden können.

 

Ebenso in die Wirtschaftlichkeitsrechnung können die attraktiven Maximal-Förderungen der KfW miteinfließen. Wessen Haus den KfW Effizienzhaus Standard 40 plus erreicht, kann sich über zinsgünstige Finanzierungskonditionen freuen mit 30.000 Euro Tilgungszuschuss und beispielsweise einen maximalen Zuschuss von 30.000 Euro für die Solaranlage.


Es gibt zwischenzeitlich auch schon verschiedene Fertighausanbieter die entsprechend konzipierte Plusenergiehäuser in ihrem Programm haben, so dass Bauherren aus einer Vielzahl von Entwürfen wählen können. Wer sich für ein freigeplantes Architektenhaus entscheidet, sollte darauf achten, dass ausreichend Know-How und Erfahrung  in Sachen energieeffizientem Bauen vorhanden sind.

Plusenergiehaus Förderung

Bauförderung

  • KfW-Zuschuss 431 - Investitionszuschuss für die Baubegleitung
    Die KfW übernimmt bis zu 50 Prozent der Kosten (maximal 4.000 Euro)  für die Baubegleitung durch einen Experten für Energieeffizienz.
  • KfW-Zuschuss 433 - Investitionszuschuss für den Einbau einer Brennstoffzelle
    Je Brennstoffzelle beträgt der Zuschuss der KfW bis zu 28.200 Euro. Die Höhe richtet sich nach der Leistungsklasse der Brennstoffzelle. Die Förderung splittet sich in einen festen Betrag in Höhe von 5.700 EUR zzgl. dem leistungsklassenabhängigen Betrag.
  • KfW-Kredit 153 - Energieeffizient Bauen
    Plusenergiehäuser die den heutigen KfW 40 plus-Energiestandard erfüllen, werden von der KfW durch besonders günstige Finanzierungskonditionen inkl. Tilgungszuschuss gefördert.
  • KfW-Kredit 270 – Erneuerbare Energien – Standard
    Sofern eine teilweise Einspeisung ins öffentliche Netz erfolgt, können private Bauherren über dieses Programm die Errichtung einer Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energien (beispielsweise eine Photovoltaikanlage) zinsgünstig finanzieren. Die Kredithöhe beträgt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten.
  • Fördermittel des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für Anlagen zum Heizen mit Erneuerbaren Energien
    Das BAFA fördert die Errichtung von Anlagen zum Heizen mit Biomasse, Solarthermie sowie für den Einbau von Wärmepumpen.
  • Regionale Förderprogramme
    In vielen Regionen können Bauherren von Plusenergiehäusern weitere Förderprogramme nutzen.

 

Forschungsförderung
Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung fördert die Forschung und Entwicklung seit dem Jahr 2008 mit Forschungsförderung. 2011 durften Bauherren zum ersten Mal eine Plusenergiehaus-Förderung beantragen. Auch im Jahr 2020 wurde wieder ein Forschungsförderprogramm Zukunft Bau aufgelegt.

 

Das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung hat das Innovationsprogramm Zukunft Bau ins Leben gerufen und bündelt viele Informationen zum Thema im Effizienzhaus Plus Netzwerk.

 

 

Besucher interessierte auch
News
Junge Frau, Parkett, Vinyl, Holz, Bodenbelag, barfuß

Beim Energiesparen gibt es viele Strategien. Auch durch den passenden Bodenbelag lassen sich Kosten...
[mehr]

weitere News




Video
Interview
Wann lohnt
sich eine
energetische
Sanierung?
´

Ein Interview mit Eberhard Hinz, Experte für nachhaltigen Wohnungsbau.
[mehr]


Buchtipp
Haus
Sanieren &
Modernisieren
´

Die Stiftung Warentest zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Haus erfolgreich energetisch sanieren.
[mehr]


Studie
Beratung vor Sanierung ist wichtig!

Studie deckt auf: Ohne Energieberater zahlt man drauf!
[mehr]