Heizöl-Brennwertkessel haben einen exzellenten Wirkungsgrad

Moderne Ölkessel sind dank neuer Technik fast doppelt so effizient wie ihre Vorgänger. Trotzdem lohnt es sich Alternativen zu prüfen...

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Laut dem Dachverband der Energie- und Wasserwirtschaft wurden in nur weniger als 2 % der 2010 neu gebauten Wohnungen Ölheizungen eingebaut. Rund die Hälfte erhielt eine Gasheizungen, 23 % eine Wärmepumpe. Schuld sind die steigenden Ölpreise und die schlechten Umweltbilanzen der Ölheizung. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf eine andere Heizung umsteigen. Trotzdem bringt auch ein Ölkessel-Tausch Ersparnis und mehr Komfort.  

Kosten & Ersparnis

Gegenüber alten Kesseln sparen die modernen Öl-Brennwertkessel bis zu 40 % Heizkosten ein! Ein Ölbrennwertkessel kostet ohne Montage zwischen 4.500 € und 7.000 €. Dazu kommen noch Kosten für Montage und Arbeiten am Schornstein, es muss ein neues Rohr eingezogen werden. Die vorhandenen Heizkörper werden in der Regel weiter benutzt.

 

Nachteile der Ölheizung: Ölpreissteigerung

Zwischen 2006 und 2011 ist der Ölpreis um rund 30 % angestiegen. Die begrenzte Verfügbarkeit des Rohstoffs, der steigende Ölbedarf in Indien und China und der große Einfluss weltpolitischer Ereignisse auf die Preise machen sie unberechenbar. Der Gaspreis ist in den letzten Jahren moderat gestiegen, unterliegt aber ebenfalls Schwankungen. Die größte Preisstabilität hat Holz, das zum Heizen immer beliebter wird. Momentan ist Holz je Kilowattstunde etwa so teuer wie Erdgas.

Schlechte Umweltbilanz

Selbst die sparsamste Ölheizung verursacht 13-mal mehr CO2-Verschmutzung als eine Heizung mit Holzpellets.

Technische Nachteile Ölheizung gegenüber Gasheizung

Ölbrennwertkessel sind nicht nur ein paar Prozentpunkte weniger effizient als vergleichbare Gaskessel. Ölbrennwertkessel sind wegen des Säuregehalts im Erdöl auch wartungsintensiver und verschleißen schneller. Auch der Anschaffungspreis ist fast doppelt so hoch wie der eines Gasbrennwertkessels.

Moderne Komponenten: Warmwasser-Pufferspeicher und Solarthermie

Wer seinen Ölverbrauch optimieren will, kann den Ölbrennwertkessel an einen Pufferspeicher anschließen. Pufferspeicher sind wärmeisolierte Wassertanks, die den Stop-and-Go-Betrieb des Brenners verhindern. So machen sie die Anlage wirtschaftlicher. Pufferspeicher sind auch die Voraussetzung für die Nachrüstung mit Sonnenkollektoren.

Heizungen mit regenerativer Energie/BHKW

Ressourcen schonen ist angesagt: Technisch lässt sich der alte Öl- oder Gaskessel etwa durch eine Kombination aus Sonnenheizung und einer Holzheizung ersetzen. In gut gedämmten Häusern kommen auch Wärmepumpen in Frage. Vielversprechend sind auch die neuen Mikro-Blockheizkraftwerke fürs Einfamilienhaus. Sie erzeugen Wärme und decken gleichzeitig einen Teil des eigenen Strombedarfs.

Heizung und Dämmung gehören zusammen

Wird das Haus später einmal gedämmt, ist die neu angeschaffte Heizung plötzlich viel zu groß - eine teure Fehlinvestition! Viele Eigentümer sind schon in diese „Heizungsfalle“ gegangen. Daher empfehlen wir: Erstellen Sie erst einen Sanierungsplan mit Ihrem Energieberater und entscheiden Sie dann über die optimalen Sparmaßnahmen. Unsere Energieberater helfen Ihnen.


 

Gesetzliche Pflicht: Austausch der Heizanlage

 

Welche rechtlichen Grundlagen gelten?

Die Heizungs-Austauschpflicht ab 2020 ist im neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgeschrieben Das Dokument vereint das Energieeinspargesetz (EnEG), die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG), um das deutsche Energiesparrecht deutlich zu vereinfachen. Die entsprechende Nachrüstpflicht ist dabei in § 72 zu finden.

 

Welche Heizungen sind aktuell (Stand 2020) betroffen?

Alle Heizkessel mit einer Leistung von 4 bis 400 Kilowatt, die:

  • Heizöl-, Erd- oder Flüssiggas verbrennen
  • vor über 30 Jahren eingebaut wurden 
  • nicht auf Nieder- oder Brennwerttechnik basieren

 

Wie erkenne ich, ob meine Heizung betroffen ist?

  • Betroffene Konstanttemperaturkessel wurden noch bis in die 80er Jahre in Betrieb genommen und sind daran zu erkennen, dass sie das ganze Jahr über mit gleich hohen Heizwassertemperaturen laufen. Bei neueren Niedertemperaturgeräten kann die Vorlauftemperatur beliebig nach oben oder unten geregelt werden.
  • Das Alter ist in der Regel auf dem Typenschild abzulesen. Ersatzweise helfen alte Rechnungen, Produktunterlagen, Datenblätter oder Dokumente der Schornsteinfeger weiter.
  • Die nicht betroffenen Brennwertkessel sind darüber hinaus auch am Abwasseranschluss zu erkennen

 

Welche Alternativen gibt es?

Neu ist gut, erneuerbar ist besser, daher:

 

Welche Förderungen gibt es?

Für den Austausch einer Gasheizung gegen eine erneuerbare Energieform erhalten Sie bis zu 35 Prozent Förderung. Das Ende einer Ölheizung wird mit 45 Prozent der Kosten gefördert. Förderanträge werden vor Beauftragung eines Fachbetriebes online über die BAFA-Webseite gestellt.

 

Welche zukünftigen Entwicklungen gibt es?

Mit dem Klimapaket hat sich die Bundesregierung auch auf ein baldiges Verbot von Ölheizungen geeinigt. Dieses betrifft den Einbau neuer Kessel und ist damit keine Heizungs-Austauschpflicht. Wer ab 2020 einen neuen Wärmeerzeuger installieren lassen muss, sollte allerdings einen Wechsel des Energieträgers in Betracht ziehen.
Denn mit dem Ölheizungsverbot könnte der Wert ölbeheizter Gebäude ab 2026 sinken.

 

Ein weiterer Austauschgrund: Über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es seit 2020 eine hohe Austauschprämie für alte Ölheizungen. Diese ist abhängig vom neuen Heizsystem mit Zuschüssen von 40 bis 45 Prozent verbunden und nur dann erhältlich, wenn die bestehende Anlage noch nicht von der Austauschpflicht betroffen ist. Wer zu lange wartet, verschenkt also also hohe staatliche Zuschüsse!

 

Das Verbot von Ölheizungen wurde bereits in das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) eingearbeitet und soll ab 2026 gelten. Es ist unter § 72 „Betriebsverbot für Heizkessel, Ölheizungen“ zu finden.

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