Was bedeutet "CO2-neutrales“ Heizöl oder Erdgas?

CO2 neutrales Heizöl und Erdgas

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Bei der Nutzung fossiler Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas werden klimaschädliche Treibhausgase wie Kohlendioxid freigesetzt

Der Brennstoffhandel bietet Tarife an, die eine Kompensation der bei der Verbrennung entstehenden CO2-Emissionen durch Investitionen in Klimaprojekte versprechen. Hier finden Sie alles Wissenswerte zur „CO2-Neutralität“ fossiler Heizungsbrennstoffe.

Was genau sind „CO2-neutrale“ fossile Brennstoffe?

Als „CO2-neutral“ bezeichnet der Brennstoffhandel Heizöl oder Erdgas, die im Rahmen von speziellen Brennstoff-Tarifen unter Berechnung eines Preisaufschlags angeboten werden. Der berechnete Mehrpreis wird in bestimmte Klimaprojekte investiert um so den bei der Verbrennung entstandenen CO2 Ausstoß zu kompensieren. Die Höhe des Aufschlags variiert nach Tarifanbieter, gewähltem Klimaprojekt und auch nach der Qualität des Projekts – beispielsweise danach, ob nur der CO2-Ausstoß kompensiert oder auch eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen im Projektland angestrebt wird. Die den Brennstoff beziehenden Verbraucher erhalten gewöhnlich mit ihrer Jahresrechnung ein bestimmten Qualitätsstandards entsprechendes Zertifikat, in dem der Brennstoff-Händler die Verwendung des Preisaufschlags für bestimmte Klimaprojekte und damit „Klima-Neutralität“ des gelieferten Heizöls oder Erdgases bestätigt.

Welche Mehrkosten durch CO2-neutrales Heizöl oder Erdgas?

Klimaschutzprojekte können die durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe entstehenden CO2-Emissionen ausgleichen. Hierzu bieten Energielieferanten spezielle Erdöl- oder Erdgas-Tarife unter Berechnung eines Preisaufschlags an. Die zusätzlichen Erlöse werden dann in bestimmte Klimaprojekte investiert. Die für CO2-neutrale Tarife berechneten Preisaufschläge liegen häufig bei 2 bis 4 Cent je Liter Heizöl beziehungsweise je Kubikmeter Erdgas. In Abhängigkeit von der Art oder der Qualität eines Klimaschutzprojektes sind aber auch deutlich höhere Zuschläge möglich, wenn beispielsweise

  • Mehrfachförderungen erfolgen oder
  • neben der reinen Kompensation von CO2-Emissionen zusätzlich die Verbesserung von Arbeits- oder Lebensbedingungen in den geförderten Weltregionen angestrebt wird.

 

Beispielrechnung für Zusatzkosten durch einen CO2-neutralen Brennstoff-Tarifs

 

Verbraucht ein Haushalt

2.500 Liter Heizöl im Jahr, so bedeutet ein

Preisaufschlag von 3 Cent je Liter „CO2-neutralem“ Heizöl

Zusatzkosten von jährlich 75 Euro beziehungsweise

monatlich 6,5 Euro.

Welche Klimaschutzprojekte werden durch CO2-neutrale Brennstoff-Tarife unterstützt?

Zu den häufigsten Klimaschutzprojekten, die der Kompensation von CO2-Emissionen dienen, gehören Vorhaben

  • aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien (Solarenergie, Wasserkraft, Windenergie, Biogas, Geothermie oder Biomasse),
  • zur Verbesserung des Abwasser- und Abfallmanagements (Reduzierung des Austretens klimaschädlicher Gase),
  • zur nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Aufforstung sowie
  • zum Schutz von CO2-speichernden Moor-Landschaften.

 

(siehe hierzu den Ratgeber „Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte“ des Umweltbundesamtes)

Welche Vorteile durch „CO2-Klimaneutralität“ von Heizöl / Erdgas? 

CO2-klimaneutrale Heizöl- und Erdgas-Tarife sind ein Beitrag zur Verlangsamung des weltweiten Klimawandels, indem sie klimaschädliche Treibhausgase kompensieren. Klimaschutzprojekte wirken der globalen Erwärmung entgegen, tragen damit zur Dämpfung der drohenden stärkeren Klimaschwankungen bei und sorgen für einen schonenderen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Zugleich unterstützen CO2-klimaneutrale Brennstoff-Tarife geförderte Projekte oft auch die Ernährungssicherheit in der geförderten Projektregion, helfen bei der Abmilderung sozialer Gegensätze und verbessern damit nicht zuletzt die Chancen für ein friedliches Zusammenleben.

Entscheidend für die CO2-Emissionen: wie viel Heizöl oder Erdgas verbraucht ein Haushalt?

Der Brennstoffverbrauch eines Haushalts variiert

  • nach Baujahr und Sanierungszustand des Gebäudes,
  • nach individuellem Verbrauchsverhalten (insbesondere bevorzugte Raumtemperatur und Lüftungsverhalten) sowie
  • nach der Anzahl der zu einem Haushalt gehörenden Personen (vor allem hinsichtlich der für die Warmwasser-Zubereitung benötigten Energie).

 

Zu unterscheiden sind der Brennstoffbedarf für a) die Heizung, für die Zubereitung von b) Warmwasser und der c) Gesamtenergieverbrauch (Heizung und Warmwasser).

 

[einblenden]a) Energie für Heizen

Für die Beheizung eines Gebäudes mit einer Wohnfläche von 140 Quadratmetern wird durchschnittlich eine jährliche Energiemenge zwischen 10.000 und 28.000 Kilowattstunden benötigt - in Abhängigkeit von Alter und Sanierungszustand des Wohngebäudes. Eine 50-Quadratmeter-Wohnung erfordert für die Heizung ungefähr 3.000 bis 9.000 Kilowattstunden.

 

Die Energiegehalte betragen

  • für einen Liter Heizöl 10,08 kWh und
  • für einen Kubikmeter Erdgas 10,01 kWh.

 

Der jährliche Energiebedarf für die Heizung einer Wohnung kann also abgedeckt werden

  • bei einer 140-Quadratmeter-Wohnung durch etwa 1.000 bis 2.800 Liter Heizöl oder 1.000 bis 2.800 Kubikmeter Erdgas und
  • bei einer 50-Quadratmeter-Wohnung durch circa 300 bis 900 Liter Heizöl oder 300 bis 900 Kubikmeter Erdgas.

 

 

 

[einblenden]b) Energie für Warmwasserzubereitung

Wenn die Warmwasserzubereitung ebenfalls durch den genutzten fossilen Brennstoff sichergestellt werden soll, dann benötigt ein Haushalt in einem unsanierten Altbau mit 50 Quadratmeter Wohnfläche gewöhnlich ebenso viel Wärmeenergie wie ein Haushalt in einer 140-Quadratmeter-Neubauwohnung.

 

Zudem steigt der Energiebedarf für die Warmwasserzubereitung mit der Anzahl der Haushaltsangehörigen:

 
Wohnart Ein-Personen-Haushalt Vier-Personen-Haushalt
unsanierter Altbau (50m²) 3.000 kWh 10.000 kWh
unsanierter Altbau (140m²) 8.500 kWh 28.000 kWh
Neubau (50m²) 1.000 kWh 3.500 kWh
Neubau (140m²) 3.000 kWh 10.000 kWh
 

[einblenden]c) Gesamtenergiebedarf

Daraus ergibt sich folgender Gesamtenergieverbrauch:

 
Wohnart Ein-Personen-Haushalt Vier-Personen-Haushalt
unsanierter Altbau (50m²) 12.000 kWh 19.000 kWh
unsanierter Altbau (140m²) 36.000 kWh 56.000 kWh
Neubau (50m²) 3.500 kWh 6.000 kWh
Neubau (140m²) 13.000 kWh 20.000 kWh

Welchen CO2-Ausstoß verursacht der Energieverbrauch in einem Jahr?

Der CO2-Ausstoß bei der Verbrennung der fossilen Rohstoffe Heizöl und Erdgas beträgt ungefähr

  • 2,6 Kilogramm CO2 je Liter Heizöl beziehungsweise
  • 2 Kilogramm CO2 je Kubikmeter Erdgas.

 

Daraus ergibt sich folgender jährlicher CO2-Ausstoß in Kilogramm (bei Verbrennung fossiler Energie für Heizung und Warmwasser):

 

[einblenden]a) bei Nutzung von Heizöl

 
Wohnart CO2-Ausstoß in kg
im Ein-Personen-Haushalt
CO2-Ausstoß in kg
im Vier-Personen-Haushalt
 
unsanierter Altbau (50m²) 3.000 kg 4.900 kg  
unsanierter Altbau (140m²) 9.300 kg 14.500 kg  
Neubau (50m²) 900 kg 1.500 kg  
Neubau (140m²) 3.300 kg 5.200 kg  
 

[einblenden]b) bei Nutzung von Erdgas

 
Wohnart CO2-Ausstoß in kg
im Ein-Personen-Haushalt
CO2-Ausstoß in kg
im Vier-Personen-Haushalt
 
unsanierter Altbau (50m²)  2.400 kg 3.800 kg  
unsanierter Altbau (140m²)  7.200 kg 11.200 kg  
Neubau (50m²)  700 kg 1.200 kg  
Neubau (140m²)  2.500 kg 4.000 kg  

 

Die Größe des individuellen „CO2-Fussabdrucks“ hängt also von zahlreichen Faktoren ab, wie insbesondere

  • Wohnungsgröße,
  • Alter und Sanierungszustand des Wohngebäudes,
  • verwendeter fossiler Brennstoff (Heizöl oder Erdgas),
  • Anzahl der Haushaltsangehörigen und
  • individuelles Verbrauchsverhalten.
 
 

Tipp: Berechnen Sie Ihren eigenen „CO2-Fussabdruck“!

 

Berechnung des individuellen „CO2-Fussabdrucks“ - insbesondere auch der bei der Wohnungsheizung entstehenden Emissionen - ermöglicht der CO2-Emissions-Rechner des Umweltbundesamtes.

 

 

Beachten Sie: CO2 ist nicht das einzige Treibhausgas - die Bedeutung des Treibhausgases Methan

Zwar verursacht die Heizung mit Erdgas deutlich weniger Kohlendioxid-Emissionen als die Verbrennung von Heizöl. Werden jedoch auch die bei der Erdgas-Produktion entstehenden Methangas-Emissionen berücksichtigt, so verschlechtert sich nach neuesten Untersuchungen die Treibhausgasbilanz von Erdgas gegenüber dem Energieträger Heizöl dramatisch: Nach einer im September 2019 veröffentlichten Studie von Energy Watch Group (EWG), eines internationalen Netzwerks von Parlamentariern und Wissenschaftlern, führen die bei der Erdgas-Produktion entstehenden Methangas-Emissionen dazu, dass die Treibhaus-Gesamtemission (Kohlendioxid plus Methan) bei der Verbrennung von Erdgas um 40 Prozent über den Treibhausgas-Emissionswerten bei Heizöl-Verbrennung liegt.

 

 

>> Eine Mengeneinheit des Treibhausgases Methan schadet dem Weltklima 25 Mal stärker als Kohlendioxid. <<

 

Alternative: Die Nachrüstung einer Öl- oder Erdgasheizung mit Solarthermie reduziert Treibhausgase dauerhaft!

Klimaschutzprojekte können einen wichtigen Beitrag bei der Kompensation von CO2-Emissionen leisten, die bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe wie Erdöl und Erdgas entstehen. Die Vermeidung der Emission von Treibhausgasen erscheint allerdings die zweifelsfrei vorzuziehende Alternative. Wer mit Heizöl oder Erdgas heizt, der kann die CO2-Emissionen seines Haushalts durch Investition in eine sogenannte Hybridheizung reduzieren. Bei einer Hybridheizung werden verschiedene Heizungstechnologien miteinander kombiniert. Möglich ist beispielsweise die Kombination einer Erdgas- oder Heizöl-Heizungsanlage mit Erneuerbaren Energien. Bei Installation einer Solarthermie-Anlage kann die Sonnenenergie auch zu Heizungszwecken genutzt werden, so dass sich der Verbrauch fossiler Brennstoffe und somit der CO2-Ausstoß reduziert. Weiterer positiver Aspekt: Ihre CO2-Steuerbelastung sinkt!

 

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