28.12.2023

3 Tipps zum energieeffizienten Wohnen

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Warm eingepackt = wenig Energie

Der Klimawandel, aber auch die nach wie vor hohen Energiepreise, setzen das Thema Energiesparen und energieeffizient Wohnen immer wieder auf die politische Agenda, spielen aber auch für Privatpersonen mit Eigenheim oder Eigentumswohnung eine immer größere Bedeutung.

. Die Energiekosten zu senken ist mindestens ein Teilziel bei praktisch allen Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen. Dabei werden die Effizienzziele durch den Gesetzgeber regelmäßig verschärft und jüngst wurde sogar diskutiert, ob Privatleute dazu verpflichtet werden sollten, ihre alten Öl- und Gasheizungen durch effiziente Systeme auf der Basis erneuerbarer Energien zu ersetzen.

Wir haben daher 3 Tipps zusammengetragen, die helfen können, die Nebenkosten zu senken, energieeffizienter zu leben und dem Klimawandel aktiv zu begegnen.

Energieeffiziente Heizsysteme nutzen

Das sogenannte Heizungsgesetz wird zwar zunächst keine unmittelbaren Wirkungen auf Privathaushalte zeitigen, da den Kommunen Zeit gegeben wurde erst einmal einen Energie- und Wärmeplan zu erarbeiten, aber das politische Ziel ist klar: Künftig wird der Gesetzgeber darauf drängen nur noch energieeffiziente Heizsysteme, die zu einem gewissen Anteil regenerative Energieträger nutzen, einzubauen. Derzeit setzen die meisten Privathaushalte beim Umbau auf Wärmepumpen, die der Umgebung Wärme entziehen, um sie dann zur Beheizung von Gebäuden zu nutzen.

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, darunter Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erdwärme-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen, sodass prinzipiell für jeden Haushalt eine Lösung gefunden werden kann. Allerdings handelt es sich nicht immer um die kostengünstigsten Lösungen und unter Umständen kann die Bodenbeschaffenheit gegen eine Nutzung sprechen. Derzeit sind außerdem Wartezeiten von bis zu einem Jahr vor dem Einbau hinzunehmen.

Für viele Haushalte kommen daher auch Hybridsysteme in Betracht. Eine Hybridheizung besteht in der Regel aus zwei Hauptkomponenten: einer erneuerbaren Energiequelle, wie beispielsweise einer Solarthermieanlage, und einer konventionellen Heiztechnologie, wie einer Gas-Brennwertheizung. Das System wählt dabei automatisch oder manuell die effizienteste Energiequelle basierend auf den aktuellen Bedingungen aus. Hybridheizungen können besonders flexibel, zuverlässig und energieeffizient sein.

So können sie saisonale Unterschiede berücksichtigen und im Sommer beispielsweise komplett auf regenerative Energie setzen, während im Winter die Gas-Brennwertheizung hinzugeschaltet wird. Das einfachste Hybridsystem ist die Kombination einer konventionellen Heizung mit einem Ofen, denn Holz gilt – auch nach dem neuen Heizungsgesetz – als erneuerbare Energiequelle. Einen passenden Kaminofen finden muss dabei weder schwer noch teuer sein, allerdings sollte vor dem Kauf und dem Anschluss unbedingt mit einem Schornsteinfeger sowie eventuell auch mit einem Energieberater Rücksprache gehalten werden.

Die Installation und Integration von Solarthermie-Anlagen in bestehende Heizsysteme ist ebenfalls häufig relativ leicht und kostengünstig möglich. Der Umstieg auf erneuerbare Energien in der Heiztechnik ist unter Umständen förderfähig. Infrage kommt hier beispielsweise die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) oder, wenn die Heizungserneuerung ein Teil einer umfassenden energetischen Sanierung ist, eine Förderung durch die KfW.

Dämmung der Wände, Dachflächen und Böden

Das größte Potenzial zur Einsparung von Heizkosten und CO₂ liegt allerdings meistens nicht im Heizsystem selbst, sondern in der Dämmung von Außenwänden, Dächern und Böden. Als Teil einer energetischen Sanierung können diese Maßnahmen ebenfalls durch die KfW gefördert werden, wenn dadurch insgesamt der Energiestandard Effizienz­haus 85 oder Effizienz­haus Denkmal erreicht wird. In der Förderlinie 261 Wohngebäude – Kredit sind Tilgungszuschüsse von bis zu 45 Prozent vorgesehen, womit nahezu eine Halbierung der Kosten möglich wird.

Dabei spielt die Dachdämmung in der Regel eine Schlüsselrolle, da hier oft ein beträchtlicher Wärmeverlust auftritt und die Kosten aufgrund der vergleichsweise geringen Fläche oft niedriger liegen als bei einer Dämmung der Außenwände. Unterschiedliche Dämmmaterialien wie Glaswolle, Zellulose oder auch ökologische Optionen wie Hanf oder Schafwolle können unter dem Dach oder zwischen den Dachsparren angebracht werden – teilweise auch in Eigenleistung. Bei einer umfassenden Sanierung sollte jedoch nicht auf die Dämmung der Außenwände verzichtet werden.

Sie ist ein wesentlicher Aspekt der Energieeffizienz, allerdings mit vergleichsweise hohem Aufwand verbunden. Hierbei kommen in der Regel Materialien wie Mineralwolle, expandiertes Polystyrol (EPS) oder Polyurethan-Schaum zum Einsatz. Diese werden entweder als Dämmplatten an der Fassade angebracht oder direkt in die Hohlräume der Wände eingebracht. Für die Fassadendämmung wird in der Regel ein Außengerüst benötigt und die Arbeit sollte professionellen Handwerkern überlassen werden – etwas leichter ist die Innendämmung zu realisieren, sie kostet allerdings Wohnraum.

Insbesondere bei Häusern ohne Keller ist auch die Dämmung unter dem Fußbodenbelag im Erdgeschoss von besonderer Bedeutung, um Wärmeverluste zu minimieren. Hier kommen Materialien wie extrudierte Polystyrolplatten (XPS) oder Polyurethanschaum zum Einsatz, die auch selbst verbaut werden können – allerdings muss der Fußboden hierfür zunächst demontiert werden.

Fenster und Türen abdichten oder ersetzen

Diese Bauelemente können ebenfalls erheblich zum Energieverlust beitragen, wenn sie nicht ordnungsgemäß abgedichtet sind oder veraltete Dichtungen aufweisen. Eine der ersten und kostengünstigsten Maßnahmen, um diesem Problem entgegenzuwirken, sollte daher die Abdichtung bestehender Fenster und Türen sein.

Das Abdichten erfolgt durch den Einsatz von Dichtungsprofilen, selbstklebenden Dichtungsstreifen, speziellem Dichtungsband oder Falzdichtungen. Diese werden entlang der Rahmennähte (Übergang zur Wand oder anderen Bauelementen) angebracht, um Zugluft und unerwünschten Luftaustausch zu minimieren. Besonders bei Türen im Erdgeschoss ist auch die Verwendung von Schwellendichtungen von Bedeutung, um den Luftaustausch auf Bodenhöhe zu reduzieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regelmäßige Inspektion auf undichte Stellen oder poröse Dichtungen. Durch eine gründliche Überprüfung können potenzielle Schwachstellen identifiziert und zeitnah behoben werden. Dies kann das Überprüfen von Dichtungen, Dichtungsbändern und Profilen auf Risse oder Verschleiß einschließen. Das Austauschen der Gummidichtungen an älteren Fenstern und Türen kann dabei bereits einen erheblichen Effekt haben und vollkommen ausreichend sein, insbesondere wenn diese bereits doppelt oder dreifach verglast sind. Mit ein wenig handwerklichem Geschick ist der Austausch der Dichtungen auch für Hobbyhandwerker in Selbstregie möglich.

In einigen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, über eine umfassendere Maßnahme nachzudenken und veraltete Fenster und Türen stattdessen zu ersetzen. Moderne Modelle sind oft bereits mit verbesserten Dämmmaterialien und energiesparenden Dreifachverglasungen ausgestattet, die einen erheblichen Beitrag zur Energieeffizienz und auch zum Schallschutz leisten können. Der Austausch könnte somit nicht nur den Wärmeverlust reduzieren, sondern auch den Wohnkomfort steigern und langfristig zu Kosteneinsparungen beitragen.

Insgesamt ist die Entscheidung zwischen Abdichtung und Austausch von Fenstern und Türen von verschiedenen Faktoren abhängig, einschließlich des Zustands der bestehenden Bauelemente, des verfügbaren Budgets und der langfristigen Energieziele. Eine gründliche Analyse durch Handwerker oder Energieberater kann dabei helfen, die beste Lösung für die individuellen Bedürfnisse zu finden. Im Rahmen einer energetischen Sanierung können auch diese Maßnahmen durch die KfW gefördert werden.


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