13.03.2020

Digitalisierung lässt Stromverbrauch explodieren

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Es wäre schon mal ein Anfang, wenn jeder ab sofort mit Öko-Strom durchs Internet surft

Der CO2-Fußbabdruck der digitalen Technologien ist heute schon wesentlich größer als der CO2-Ausstoß durch den Flugverkehr! Dazu kommt der enorme Stromverbrauch, der weiter ansteigen wird. Lange Zeit wurde von der Politik die ökologische Dimension der Digitalisierung ignoriert - jetzt benötigt man eine sehr umfassende Green IT-Strategie sowie auch einen recht strengen Ordnungsrahmen.

Das kommende Jahrzehnt wird für eine radikale Veränderung sorgen

Die Digitalisierung befindet sich auf der Überholspur. Aber nicht nur die Digitalisierung macht große Schritte nach vorne - so auch der Vernetzungs- wie Automatisierungsgrad von Prozessen wie Maschinen. „Noch war das, was wir von der Digitalisierung gesehen haben, ein Vorgeschmack. In den nächsten zehn Jahren ist eine radikale Veränderung zu erwarten, die nicht einmal mit den letzten 250 Jahren verglichen werden kann“, so Karl-Heinz Land, Autor von „Die Zukunft provozieren“ sowie CEO der neuland GmbH. Land ist überzeugt: alles, was man digitalisieren kann, wird auch digitalisiert werden. Der Buchautor vertritt die Meinung, die Digitalisierung hätte sehr wohl das Potential für eine nachhaltige Entwicklung - Hunger, Armut, Energieverschwendung sowie der Klimawandel könnten mit den passenden digitalen Technologien verschwinden. Doch ist das wirklich so?

5G als neue Herausforderung

Versprochen wurde viel: E-Mails sollten für ein Ende der energieaufwändigen Produktion von Papier sorgen und Videokonferenzen würden die Alternative zu Geschäftsreisen werden. Bislang wurde keines der vielen Öko-Versprechen eingelöst, die von den Experten in den Raum gestellt worden sind. Im Gegenteil. Es wirkt heute sogar so, dass noch mehr Papier benötigt wird - beispielsweise aufgrund der Datenschutz-Grundverordnung (kurz: DSGVO). Vielmehr hat man erkannt, dass die Digitalisierung die Geschwindigkeit erhöht. Per One-Click kann man im Internet Waren bestellen, diese am nächsten Morgen im Briefkasten haben und schon am Nachmittag wieder retournieren, weil die Hose doch nicht gepasst hat - kostenfrei versteht sich. Auch die Flüge können problemlos über das Internet gebucht werden - inklusive Upgrade, Hotelzimmer und Ausflügen. Und über Instagram und Facebook können wir Menschen dabei beobachten, wie sie ihren Tag verbringen. Dass dann noch nebenbei über Netflix zahlreiche Serien wie Filme verschlungen und über YouTube Videos gesehen werden, lässt die Datenmengen, die man hier Tag für Tag verbraucht, nach oben schnellen. Wer dann noch über Kryptoszene.de Informationen über den Bitcoin einholt und liest, dass der Preis steigen wird, kauft dann noch digitales Geld. Der rund um die Uhr-Betrieb sorgt natürlich dafür, dass die Rechenzentren, auf denen die gesamten Daten liegen, ausgesprochen viel Strom sowie Energie benötigen. Zudem kommt mit 5G die nächste Herausforderung auf die Umwelt zu. So hat die RWTH Aachen im Auftrag der Firma Eon berechnet, dass es in Deutschland bis zum Jahr 2025 einen Stromanstieg um 3,8 Terawattstunden geben könnte - und das nur wegen dem 5G-Netzwerk. Das wäre genug Strom, um die 2,5 Millionen Menschen in Köln, Dortmund wie Düsseldorf zu versorgen. Und das für ein ganzes Jahr.

Kein globales Phänomen

Die Digitalisierung sorgt für eine weitere Verschärfung der Klima-Ungerechtigkeit. So sehen die Experten in dem digitalen Überkonsum kein globales Phänomen, da hier in erster Linie nur die reichen Länder dafür verantwortlich sind. Der US Amerikaner besitzt im Durchschnitt zehn digital vernetzte Geräte - pro Monat werden so um die 140 GB verbraucht. In Indien liegt man bei durchschnittlich einem Gerät pro Bürger sowie einer durchschnittlichen Datenmenge von 2 GB. Selbst dann, wenn man mit effizienterer Technologie die Wachstumsrate des Energieverbrauchs im digitalen Bereich senken könnte, wobei es aktuell keine Anhaltspunkte dafür gibt, würde das wohl nicht ausreichen, damit der ökologische Fußabdruck auch tatsächlich kleiner werden könnte. Man würde letztlich nur ein Explodieren verhindern. Die volldigitale Welt mag also keinesfalls die Lösung der Klimakrise sein, sondern mehr als Brandbeschleuniger agieren. Experten empfehlen daher einige „Werkzeuge“, sodass den Nutzern die versteckten Umweltbelastungen auch vor Augen geführt werden. So wäre es mitunter interessant, die YouTube-Videos nicht nur mit Werbung auszustatten, sondern auch mit Warnhinweisen: „Das Ansehen dieses Videos belastet das Klima.“ Mit einer Browser-Extension könnte zudem noch der Energieverbrauch des persönlichen Surfverhaltens visuell dargestellt werden.

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