27.03.2024

E-Auto zuhause laden: Wie hoch ist das Einsparpotenzial?

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Lohnt sich eine Wallbox zuhause?

Für viel Geld das Auto tanken? Das ist out. Wer die Möglichkeit hat, nutzt bereits jetzt ein Elektroauto - am besten in Kombination mit einer eigenen Ladestation.

Auf diese Weise lässt sich bereits viel Geld sparen. Doch es gibt noch weitere Tricks, die das Aufladen eines E-Autos zuhause zusätzlich günstiger machen.

E-Auto günstig laden: Wie hoch ist das Einsparpotenzial zuhause?

Das Aufladen eines Fahrzeugs mit Strom ist im Vergleich zum Tanken von Benzin oder Diesel an sich schon deutlich sparsamer. Elektroautos bieten also im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsfahrzeugen ein erhebliches Einsparpotenzial – sind aber auch in der Anschaffung, zumindest ohne entsprechende Fördergelder, deutlich teurer. Um das Fahrzeug zu laden, gibt es verschiedene Möglichkeiten: das Laden an der Ladestation zuhause, das Laden unterwegs an öffentlichen Ladesäulen, zum Beispiel im Betrieb oder beim Einkaufen und das Aufladen an Schnellladestationen. Der Kostenvergleich zeigt, dass die günstigste Variante des Ladens die an der eigenen Ladesäule ist. Es gilt aber zu beachten, dass die tatsächlichen Kosten je nach Standort, Tarif oder Fahrzeugtyp variieren können.
 

Lademöglichkeit für ein E-Auto

Kosten in Euro/kWh

Kosten pro Ladevorgang für 100 Kilometer (15 kWh)

Anmerkungen

Zuhause

0,20 bis 0,30

3 bis 4,50 Euro

Abhängig vom Stromtarif und der Ladeleistung des Elektroautos. Das Nutzen eines speziellen Autotarifs oder die Kombination mit Photovoltaik können hier deutliche Ersparnisse bringen.

Öffentliche Ladestation

0,25 bis 0,40

3,75 bis 6 Euro

Variiert stark von Standort zu Standort, an einigen Orten wie zum Beispiel Einkaufszentren oder Arbeitsstätten können Sie das Fahrzeug manchmal auch kostenlos laden.

Schnellladestation

0,30 bis 0,60

4,50 bis 9 Euro

Die höheren Kosten entstehen aufgrund der schnelleren Ladezeit.


Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, zum Beispiel während Ihrer Arbeitszeit das Fahrzeug umsonst oder für nur einen sehr geringen Betrag zu laden, dann ist das Laden zuhause die günstigste Variante.

Mit diesen 3 Tipps können Besitzer von E-Autos zusätzlich sparen

E-Auto-Fahrer haben auch beim Laden am Haus noch die Möglichkeit, zusätzlich zu sparen. Hier gibt es vier Möglichkeiten, Elektroautos günstig zu laden:

1. Spezielle Stromtarife für Elektroautos

Viele Energieversorger bieten spezielle Tarife für Elektrofahrzeuge an, die niedrigere Strompreise außerhalb der Spitzenlastzeiten oder spezielle Nachttarife umfassen. So lassen sich die Ladekosten erheblich reduzieren. Sie haben entweder die Möglichkeit, über den Haushaltsstromzähler abrechnen zu lassen, zum Beispiel mit einem sogenannten Kombitarif, oder einen separaten Stromzähler zu verwenden. Dann können Sie auch einen reinen Autostrom-Tarif wählen, der sich bereits ab 10.000 Kilometer pro Jahr lohnt. Er ist besonders günstig, weil die Netzbetreiber hier die Möglichkeit haben, die Zähler anzusteuern und bei Bedarf die Stromzufuhr zu drosseln oder sogar zu unterbrechen. Achten Sie am besten darauf, sich nicht zu lange an einen Energieanbieter zu binden, um flexibel auf Angebote reagieren zu können.

2. Kombination mit Photovoltaik

Besonders günstig kommen E-Auto-Besitzer weg, wenn Sie Ihr Auto mit Sonne betanken. Wenn Sie mit dem Solarstrom vom Dach laden möchten, dann benötigen Sie allerdings eine eigene PV-Anlage. Außerdem eine intelligente Wallbox und am besten einen Energiespeicher und ein entsprechendes Energiemanagementsystem. Das passt die Ladegeschwindigkeit des Fahrzeugs an die Leistung der PV-Anlage an. Wichtig ist zu wissen, dass Sie, wenn Sie keinen Speicher haben, das Elektroauto nur dann mit dem Solarstrom laden können, wenn er auch produziert wird - also die Sonne scheint. Ansonsten greift der Strom aus der Steckdose.

3. Nutzung intelligenter Ladestationen

Intelligente Wallboxen ermöglichen eine effizientere, kostengünstigere und bequemere Nutzung eines E-Autos, denn diese Ladesäulen passen den Ladevorgang an die persönlichen Bedürfnisse des Nutzers und die Gegebenheiten des Haushaltes an. Eine moderne eigene Wallbox sorgt nicht nur für eine optimierte Ladung und die Integration erneuerbarer Energien, sondern ist auch in der Lage, eine Überlastung des Hausanschlusses zu vermeiden und zum Beispiel bei mehreren Elektrofahrzeugen das Lademanagement zu übernehmen. Durch die Möglichkeit, den Ladevorgang per App auf dem Smartphone oder Tablet zu überwachen, kann der Nutzer bei Bedarf Anpassungen vornehmen – auch, wenn er unterwegs oder verreist ist. Zudem kann man davon ausgehen, dass die Wallbox dank regelmäßiger Updates mit der Zeit noch effizienter wird.
Wallboxen für die Installation am Haus oder in der Garage gibt es mit 11 kW Leistung und mit 22 kW Leistung. Je mehr kW desto schneller kann die Batterie geladen werden. Hier müssen aber E-Auto und Wallbox aufeinander abgestimmt sein. Übrigens: eine Ladesäule mit 11 kW müssen Sie beim Netzbetreiber melden, eine mit 22 kW muss sogar genehmigt werden.

Wallbox: Das sollten Sie beachten

Eine eigene Wallbox für das Elektroauto oder den Plugin-Hybrid lohnt sich natürlich nur dann, wenn Sie über eine Garage oder einen privaten Stellplatz verfügen. Das Wohnungseigentumsgesetz sagt Mietern oder Besitzern von Eigentumswohnungen ein Recht auf eine private Wallbox zu. Die Zustimmung der Vermieter oder Miteigentümer ist dafür aber notwendig. Ohne triftige Begründung - wie zum Beispiel Denkmalschutz - darf die Installation aber nicht mehr abgelehnt werden.
In einem Mehrfamilienhaus kann eine Ladesäule auch gemeinschaftlich angeschafft und genutzt werden. Hier ist allerdings zu raten, die Ladezeiten sowie die Erfassung und Abrechnung gesondert festzuhalten.
Die Kosten für die Ladestation liegen bei den Mietern, ist es ein eigener Stellplatz, kann der Mieter die Wallbox beim Auszug auch wieder mitnehmen.


Linktipps zum Kostenvergleich:
https://www.elektriker.org/magazin/wallbox-kosten-202315333
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/energie/ladestation-fuers-e-auto-so-sparen-sie-beim-wallbox-kauf/100002619.html
https://www.bosch-homecomfort.com/de/de/wohngebaeude/wissen/ratgeber-e-mobilitaet/wallbox/wallbox-kosten/

Muss ich das Elektroauto immer vollladen?

Durchschnittliche 400 Kilometer schaffen die herkömmlichen E-Autos ohne geladen werden zu müssen und das sind fast 300 Kilometer mehr als noch im Jahr 2010. Und da die Forschung sich stark auf E-Mobilität konzentriert und daran arbeitet, auch mit kleinen Batterien große Leistungen zu schaffen, sind die Aussichten auf noch mehr Reichweite mit noch weniger Strom sehr gut. Trotzdem: Es ist nicht notwendig, das Auto bei jedem Ladevorgang voll aufzuladen. Im Durschnitt wird ein Auto eine Stunde am Tag bewegt, wenn Sie also unterwegs sind und das Auto laden müssen, langen im Durchschnitt 15 kWh. Denn damit kommen Sie - natürlich abhängig vom Modell - in der Regel rund 100 Kilometer weit.
 

Reichweite

Bedarf an Energie

Kosten bei einem Strompreis von 0,25 Euro/kWh

10 km

rund  1,5 kWh

rund 40 Cent

50 km

rund 7,5 kWh

rund 1,90 Euro

100 km

rund  15 kWh

rund 3,75 Euro

350 km

rund 52,5 kWh

rund 13,10 Euro

 
Zum Vergleich: Angenommen, ein Benziner braucht auf 100 Kilometer acht Liter Kraftstoff (Preis: 1,80 Euro/Liter). Dann kostet Sie das auf zehn Kilometer rund 1,40 Euro und auf 350 Kilometer schon fast 50 Euro. Wird der Strom für ein Elektroauto noch mit einem entsprechend günstigen Tarif bezogen, ist hier das Sparpotenzial enorm.  

Diese Faktoren beeinflussen die Kosten zusätzlich

Der reine Anschaffungspreis oder der Stromverbrauch allein machen, genau wie bei jedem anderen Auto auch, nicht die tatsächlichen Kosten aus. Denn hier spielen auch Wartungs- und Reparaturkosten, Versicherung und Wertverlust eine Rolle.
Die Wartungskosten gelten bei E-Autos als vergleichsweise niedrig, Reparaturkosten allerdings können ziemlich in die Höhe schnellen - oft auch aufgrund der noch mangelnden Erfahrung mit der Technik. Was die Versicherungskosten angeht, so ist hier nicht zwangsläufig mit mehr zu rechnen, ein Vergleich der Anbieter lohnt sich auch hier.

Aus für den Umweltbonus

Die Bundesregierung musste im Bundeshaushalt 2024 sehr kurzfristig Einsparungen vornehmen. Dem ist auch der sogenannte Umweltbonus zum Opfer gefallen - die Förderung von E-Autos mit der seit der Einführung dieses Bonus laut ADAC über 2 Millionen E-Autos und Hybridfahrzeuge staatlich gefördert wurden. Seit Dezember 2023 können keine Anträge mehr beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden. Einige Hersteller reagieren bereits und haben deutliche Preisnachlässe sowie Programme angekündigt. Mit einem Vergleich der Anbieter können Sie hier auch ohne Bundesförderung noch viel Geld sparen. Da sich die Förderlandschaft sehr schnell ändern kann, lohnt es sich, sich gut zu informieren, wenn Sie die Anschaffung eines E-Autos planen und zum Beispiel die Förderungen der KfW  im Blick zu behalten.

Fazit

Elektromobilität ist nicht nur eine umweltfreundliche Alternative zu gängigen Verbrennermotoren, sondern auch eine wirtschaftlich vorteilhafte Option für den individuellen Mobilitätsbedarf. Durch die Nutzung spezieller Stromtarife für Elektroautos, die Installation einer Photovoltaikanlage, ein integriertes Energiemanagementsystem im Smart Home und den Einsatz intelligenter Ladesäulen, eventuell mit Lastmanagement, öffnen sich effektive Wege, um die Kosten zu minimieren und den Komfort zu maximieren.


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