07.09.2023
Energetisches Sanieren im Alter: Wichtige Informationen für Menschen über 65
Die Notwendigkeit einer behaglichen Wohnumgebung, die sowohl den gesundheitlichen als auch den finanziellen Bedürfnissen entspricht, rückt hierbei in den Fokus.
Warum energetische Sanierung im Alter wichtig ist
Eine energetische Sanierung ist mehr als nur eine bauliche Anpassung – sie stellt insbesondere für ältere Menschen eine Maßnahme dar, mit der eine qualitativ hochwertige Lebensumgebung aufrechterhalten werden kann. Dabei spielen sowohl gesundheitliche als auch finanzielle Aspekte eine entscheidende Rolle. Ein häufiger Grund ist die Verbesserung des Raumklimas. Dies ist für das Wohlbefinden im Alter von entscheidender Bedeutung. Energetische Sanierungsmaßnahmen wie eine bessere Dämmung, neue Fenster und eine optimierte Belüftung tragen dazu bei, ein angenehmes und ausgeglichenes Wohnklima zu schaffen. Dies kann sich positiv auf die Atemwege und den allgemeinen Gesundheitszustand auswirken. Auch das Risiko der Schimmelbildung steigt mit zunehmendem Alter der Bausubstanz an und ist im Speziellen für Personen mit Atemwegserkrankungen ein großes Thema. Die energetische Sanierung zielt daher auch darauf ab, Wärmebrücken zu minimieren und die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, wodurch potenzielle Schimmelherde verschwinden.
In einer Zeit, in der Energiekosten steigen, ist die Reduzierung des Energieverbrauchs von großer finanzieller Bedeutung, insbesondere für Senioren, die oft auf fixe Einkommen angewiesen sind. Durch eine verbesserte Wärmedämmung, nachhaltige Heiztechnologien und die Nutzung energieeffizienter Geräte lassen sich die monatlichen Energieausgaben erheblich senken. Obwohl die anfänglichen Investitionen hoch sein können, rentieren sich diese oft über die Zeit. Senioren können sich darauf verlassen, dass ihre Energiekosten langfristig stabil bleiben, was die finanzielle Planung und Absicherung im Alter erleichtert und zugleich den Wert der Immobilie erhöht. Sofern Häuser später verkauft oder vererbt werden sollen, macht sich daher beispielsweise vor allem die Anschaffung einer Solaranlage im fortgeschrittenen Alter bezahlt. Laut einer Umfrage von Aroundhome ist das Interesse an Solaranlagen bei den 51-70-jährigen Eigentümer:innen am höchsten: Zweieinhalbmal so viele Eigentümer:innen als in der Gruppe der 20-40-Jährigen schaffen sich demnach eine Solaranlage an.
Herausforderungen und wichtige Faktoren
Für Hausbesitzer bedeutet ein Sanierungsvorhaben immer auch das Bewältigen von diversen Herausforderungen. An erster Stelle steht dabei häufig die Kostenfrage. Die anfänglichen Investitionen für eine energetische Sanierung können einschüchternd wirken. Allerdings gibt es eine Vielzahl von staatlichen Förderprogrammen, Zuschüssen und vergünstigten Krediten, die speziell für energetische Sanierungen ins Leben gerufen wurden. Es lohnt sich, diese Optionen sorgfältig zu prüfen, um die finanzielle Belastung möglichst gering zu halten. Während sich Eigentümer vor Juli 2022 für die Sanierung von Altbauten an die KfW wenden konnten, gilt als neue Anlaufstelle mittlerweile das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (BAFA). Anträge für die Bundesförderung sind daher an dieser Stelle einzureichen.
Sobald die Finanzierung geregelt ist, geht es an die eigentliche Sanierung. Umfangreiche Baumaßnahmen sind jedoch besonders für ältere Personen mit viel Stress verbunden. Um die Belastung zu minimieren, sollte deshalb frühzeitig mit der detaillierten Planung begonnen werden. Hierzu zählt auch die Koordination und Absprache mit den jeweiligen Gewerken. Trotzdem ist Baustress nicht gänzlich zu vermeiden, sodass bei der Durchführung bestimmter Maßnahmen über ein vorübergehendes Ausweichen auf Wohnalternativen bei Verwandten oder einer Ferienwohnung sinnvoll sein kann. Im Rahmen der Sanierungsplanung sollten immer auch Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit berücksichtigt werden, damit das eigene Zuhause selbst in hohem Alter noch komfortabel und sicher ist.
Fahrplan für erfolgreiche Sanierungsmaßnahmen
Die Umsetzung einer energetischen Sanierung erfordert eine strukturierte Herangehensweise. Folgende Schritte gewährleisten den Erfolg des Sanierungsvorhabens:
- Inanspruchnahme einer Beratung: Mit der Unterstützung durch Energieberater oder Fachleuten für Gebäudesanierung lässt sich der Zustand des Hauses analysieren. Zudem sollten sich Eigentümer bei Experten maßgeschneiderte Sanierungsvorschläge einholen.
- Erstellung eines Sanierungskonzepts: Basierend auf den Empfehlungen der Energieberater kann ein detailliertes Sanierungskonzept entwickelt werden. Dieses Konzept sollte die Priorisierung der Maßnahmen, den Zeitrahmen und die voraussichtlichen Kosten umfassen.
- Auswahl der geeigneten Baustoffe und Technologien: Bei der Sanierung sollten umweltfreundliche und nachhaltige Optionen bevorzugt werden. Hierbei gilt es auch die Vorgaben von beantragten Förderungen und Zuschüssen zu beachten.
- Auswahl der Dienstleister: Es ist ratsam, die Referenzen von Handwerkern und Anbietern gründlich zu überprüfen. Hier können auch Erfahrungsberichte anderer Kunden hilfreich sein.
Nachhaltige Nutzung nach der Sanierung
Die Durchführung einer energetischen Sanierung ist nicht nur auf die Bauphase beschränkt, sondern wirkt sich langfristig auf den eigenen Wohnkomfort und die finanzielle Situation aus. Damit sich die Vorteile in ihrem vollen Umfang entfalten, braucht es Synergieeffekte mit allgemeinen Energiesparmaßnahmen und einem bewussten Verhalten der Hausbewohner im Alltag. Im Zusammenspiel mit den richtigen Lüft- und Heizroutinen eignet sich beispielsweise eine nachträgliche Dämmung optimal, um die Kosten für die Erwärmung der Raumluft deutlich zu senken. Auch der Einsatz energieeffizienter Elektrogeräte macht sich schnell bemerkbar und senkt die Kosten zusätzlich. Besonders sinnvoll ist ein professionelles Energiemonitoring mit smarten Thermostaten, da nachträgliche Anpassungen und Optimierungen den Wirkungsgrad erhöhen. Durch die regelmäßige Wartung und Überprüfung von neu installierter Technik wie Heiz- und Raumbelüftungsanlagen verlängern Eigentümer außerdem die Lebensdauer der teuren Anschaffungen.
Tipps und Empfehlungen
Mit den folgenden Tipps lässt sich die Realisierung des Sanierungsvorhabens noch reibungsloser gestalten:
- Zeitreserven einplanen: Verzögerungen aufgrund des Wetters, von Lieferengpässen oder unvorhergesehenen Problemen sind immer möglich. Eine gut durchdachte Zeitplanung muss diese Faktoren berücksichtigen.
- Etappenziele setzen: Sanierung kann umfangreich sein und durchläuft oft mehrere Phasen. Daher ist es wichtig, sich klare Etappenziele zu setzen, damit Bauherren nicht den Überblick verlieren.
- Unterstützung durch Familie und Freunde: Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn sind meistens sehr hilfsbereit, wenn es um eine groß angelegte, nachhaltige Sanierung geht. Die angebotene Unterstützung kann insbesondere ältere Eigentümer stark entlasten.










































