26.08.2022
Energiekrise: Nachfrage nach Alternativen zur Gasheizung rasant gestiegen
Die aktuell hohe Inflation leistet ebenfalls einen Beitrag zu steigenden Preisen. Deswegen steigt die Nachfrage nach Alternativen zur Gasheizung aktuell stark an. Insbesondere Elektroheizungen werden gesucht, aber auch Kamine und Öfen kommen immer häufiger zum Einsatz. Dieser Artikel erläutert die aktuelle Entwicklung und ihre Folgen.
Energiekrise macht den Menschen zu schaffen
Die momentane Energiekrise führt dazu, dass die Gasspeicher in Deutschland nicht annähernd so gut gefüllt sind, wie dies nötig wäre. Die Sorge wächst, dass Haushalte im Winter kalt bleiben müssen oder die deutsche Wirtschaft einbricht. Schon jetzt haben einige Menschen ihre Vorauszahlungen bei den Energieanbietern angepasst, dennoch besteht die Gefahr, dass extrem hohen Nachzahlungen zu leisten sein werden. In Kombination mit der aktuellen, historisch hohen Inflation machen sich viele Menschen große Sorgen um ihre Zukunft.
Eine Strategie, um dem voraussichtlich schwierigen kommenden Winter zu begegnen, besteht darin, nach Alternativen zur Gasheizung zu suchen. Auf diese Weise möchten die Haushalte unabhängig vom Gas werden und wieder die volle Kostenkontrolle über ihre Energie gewinnen. Immerhin wird sich der russische Angriffskrieg in der Ukraine noch eine Weile hinziehen, weswegen Planungssicherheit in Bezug auf Gas zumindest kurzfristig nicht zu erwarten ist.
Elektroheizungen sind stark nachgefragt
Eine ausgesprochene hohe Nachfrage liegt im Bereich moderner Elektroheizungen vor. im Vergleich zum Juni 2021 ist die Nachfrage in diesem Segment um 348% gestiegen. Die Strompreise sind aktuell noch relativ stabil, weswegen viele Haushalte hier mit einer größeren Planungssicherheit und geringeren Kosten rechnen. Zudem sind Elektroheizungen recht praktisch, da sie sich relativ kurzfristig nutzen lassen.
Viele unterschiedliche Stellen warnen jedoch vor einer übermäßigen Fokussierung auf elektronische Lösungen. Auf der einen Seite kann es passieren, dass man ein Übel lediglich gegen ein anderes eintauscht. Bei einer massiven Nachfrage kann es passieren, dass auch die Strompreise durch die Decke gehen. Hinzu kommt, dass das deutsche Stromnetz nicht darauf ausgelegt ist, dass sämtliche Gasheizungen auf einmal durch Elektroheizungen ausgetauscht werden. Hier wären Modernisierungen und Anpassungen im großen Stil erforderlich, damit es nicht zu Überlastungen und Stromausfällen kommt.
© idealo.de
Bei Kaminen und Öfen steigen die Preise
Ähnlich beliebt wie Elektroheizungen sind derzeit Kamine und Öfen. Immer mehr Haushalte kehren zu Heizstrategien vergangener Zeiten zurück. Die Kosten bei Gas und Strom sind für viele so hoch und unberechenbar, dass sie sich lieber für ältere Methoden entscheiden. Zwischen Juni 2021 und Juni 2022 ist die Nachfrage nach Kaminen und Öfen um 281% angestiegen.
Das liegt unter anderem daran, dass Kamine und Öfen einen Raum nicht nur angenehm warm machen, sondern auch für eine stimmungsvolle Atmosphäre sorgen. Allerdings ist zu beachten, dass nicht jeder Haushalt für solche Lösungen geeignet ist. Außerdem ist die Wärmeverteilung bei Kaminen und Öfen nicht gleichmäßig. Rund um den Kamin beziehungsweise Ofen ist die Temperatur sehr hoch, wohingegen andere Bereiche nur schwer mit Wärme versorgt werden können. Außerdem fallen auch für die Brennmittel teils recht hohe Kosten an.
Weitere wichtige Wärmequellen mit hoher Nachfrage
Im Bereich der Brennstoffe ist die höchste Nachfrage festzustellen. Zwischen Juni 2021 und Juni 2022 ist die Nachfrage um 1.893% gestiegen. Das liegt unter anderem daran, dass hier nicht nur Anzündmittel, sondern auch Brennholz betrachtet wird. Diese werden in ganz unterschiedlichen Bereichen benötigt, um für Wärme zu sorgen und den Haushalt im Winter heizen zu können.
Angesichts der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren und der mit der hohen Nachfrage einhergehenden Preissteigerungen bleiben einige Menschen auch ihrer bisherigen Heizung treu. Stattdessen suchen sie nach alternativen, um punktuell für Wärme zu sorgen und sich im Winter in ihrem Zuhause wohlfühlen zu können. Entsprechend werden auch Heizkissen und Heizdecken stärker nachgefragt als bisher. Zwischen Juni 2021 und Juni 2022 stieg die Nachfrage um 60% an.
Maßnahmen zum Energiesparen werden verstärkt eingesetzt
Die steigende Nachfrage hat nicht zuletzt Einfluss auf die Preise am Markt. Elektroheizungen sind aktuell mit 235 € relativ stabil, dafür müssen Verbraucher bei Kaminen und Öfen durchschnittlich 14% mehr als noch vor einem Jahr an Budget zur Verfügung haben. Aktuell müssen etwa 1.934 € eingeplant werden. Bei der Anschaffung von Brennstoffen sehen sich Nutzer mit Preissteigerungen von rund 40% konfrontiert.
Aufgrund dieser Entwicklung geht es nicht alleine darum, eine günstige Heizung zu kaufen und zu installieren, sondern auch darum, möglichst viel Energie einzusparen. Entsprechend entscheiden sich viele Verbraucher für wassersparende Armaturen sowie für hochwertige Wärmedämmstoffe. Allerdings führt auch hier die höhere Nachfrage zu steigenden Preisen. Im Vergleich zum Juli 2021 sind die Preise um etwa 27% gestiegen.









































