29.06.2020

Schon jetzt auf die Zukunft vorbereiten: Thema Barrierefreiheit bei Haus-Modernisierung mitdenken

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Die allermeisten Menschen möchten in den eigenen vier Wänden alt werden und darin möglichst selbstbestimmt leben.

Im besten Fall ist der vorhandene Wohnraum bereits so gestaltet, dass er für alle Lebensetappen optimale Bedingungen bietet. Die wichtigsten Räume, wie die Küche, das Badezimmer und der Schlafraum befinden sich im Erdgeschoß, alle Stolperfallen wurden beseitigt. In der Realität sieht es aber meist anders aus – gerade in alten Häusern gibt es in puncto Barrierefreiheit viel zu tun.

Wer gerade eine Sanierung, Modernisierung oder den kompletten Neubau eines Hauses plant, sollte daher den Fokus auch auf einen barrierefreien Umbau legen. Denn nicht nur im Alter, sondern auch in anderen Lebensphasen und -situationen stellen barrierefreie Bereiche einen deutlichen Mehrwert in Bezug auf den Wohnkomfort dar. Das weiß man spätestens, wenn der eigene Nachwuchs da ist, ein Gast mit einer körperlichen Beeinträchtigung zu Besuch ist oder man sich ein Bein bricht und den Alltag plötzlich mit Krücken bestreiten muss. Neben rein baulichen Veränderungen und Mobilitätshilfen gibt es auch eine Reihe an technischem Equipment, welches nützlich sein kann. Um Ihre eigenen vier Wände Schritt für Schritt in einen barrierefreien Wohnraum zu verwandeln und auch die Kosten dafür im Blick zu haben, haben wir hierzu die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.

Das Herz des Hauses – wie eine barrierefreie Küche aussehen sollte

Sie ist der Ort, an dem wir essen, miteinander reden und uns einfach gerne aufhalten – die Küche. Damit dieser wichtige Raum auch wirklich von allen Bewohnern in jeder Lebensetappe optimal genutzt werden kann, gilt es einiges zu berücksichtigen.

  • Die Spüle sollte mit einem längeren Brauseschlauch ausgestattet sein. Rollstuhlfahrer oder körperlich eingeschränkte Personen können so auch im Sitzen das Geschirr abwaschen. Beim Spülbecken selbst ist es ratsam, ein eher flacheres Modell einzubauen, damit davorsitzende Menschen nicht in ein allzu tiefes Becken greifen müssen.
  • Höhenverstellbare Arbeitsflächen und Schränke erleichtern die Arbeit in der Küche zusätzlich. Egal, ob Sie sich für eine manuell einstellbare Variante oder für ein Hub- bzw. Liftsystem entscheiden – mit der richtigen Höhe gelingt vieles leichter. Als Richtwert gilt eine Arbeitshöhe von 82 Zentimetern. Hierbei bieten sich auch Rollcontainer an, die unter der Arbeitsplatte Platz finden und bei Bedarf rasch an einen anderen Ort verschoben werden können.
  • Besser als Drehflügeltüren sind in einer barrierefreien Küche Schiebe- oder Falttüren. Speziell für ältere Menschen und Kinder sind diese leichter zu bedienen und sparen zudem Platz.
  • Handläufe bieten zusätzliche Sicherheit und können Unfälle in der Küche vermeiden. Es empfiehlt sich, diese an der Arbeitsfläche, am Herd oder an der Spüle anzubringen.

Das Badezimmer auf die Ansprüche im Alter vorbereiten

Das Badezimmer ist in jedem Haushalt ein neuralgischer Punkt, dem es besondere Beachtung bei der barrierefreien Sanierung zu schenken gilt. So reichen meist schon wenige körperliche Einschränkungen aus, damit ein konventionell gestaltetes Bad nur noch mit größter Mühe benutzt werden kann. Wichtig beim Umbau ist folgendes:

  • Eine ebenerdige Dusche mit extra großer Duschwanne, die auch mit einem Rollstuhl befahrbar ist, sowie ein Duschhocker, können die Körperpflege im hohen Alter enorm erleichtern. Aber auch schon junge Familien können von mehr Platz und Komfort im Badezimmer profitieren.
  • Im gesamten Haus, aber besonders im Badezimmer sollte auf rutschhemmende Bodenbeläge geachtet werden. Kleinteilige Fliesen sind hier zu bevorzugen – je mehr Fugen desto rutschhemmender der Untergrund.

Schwellenfreiheit im kompletten Wohnraum schaffen

Ist man im Alter auf einen Rollator oder einen Rollstuhl angewiesen, kann jede Bodenschwelle ein echtes Hindernis darstellen. Doch auch in jungen Jahren sind Unebenheiten im Fußboden eine große Stolperfalle. Um sich im heimischen Domizil leichter zu bewegen, sind Umbaumaßnahmen für mehr Schwellenfreiheit durchaus empfehlenswert.

  • Ein schwellenfreier Zugang zum Wohnraum, dem Balkon oder Garten ist ein absolutes Muss im Alter. Rampen neben Treppen sollten dabei eine maximale Steigung von 6 Prozent haben.
  • Bei Teppichen sollten rutschfeste Modelle gewählt werden, um auch hier Unfälle zu vermeiden.

Auf die richtige Höhe und Breite achten

Neben der Schwellenfreiheit spielen auch die richtige Höhe und Breite in den eigenen vier Wänden eine große Rolle.

  • Sämtliche Türen und Durchgänge im Haus sollten die richtige Breite aufweisen. So kommen auch Rollstuhlfahrer ohne Komplikationen durch oder auch zwei Personen gleichzeitig, wenn man zum Beispiel auf die Hilfe einer weiteren Person angewiesen ist.
  • Lichtschalter, Steckdosen und Türgriffe sollten von allen Bewohnern einfach bedient werden können – die richtige Höhe ist hier ausschlaggebend. Für Lichtschalter empfiehlt sich eine Höhe zwischen 85 und 110 Zentimeter, Steckdosen sollten mindestens in einer Höhe von 40 Zentimetern montiert sein.
  • Speziell in der Garderobe sind auch die Haken in einer für alle Beteiligten angenehme Höhe anzubringen, damit sowohl Kinder als auch Menschen im Rollstuhl ihre Jacken selbstständig aufhängen können.

Den Stellplatz für das Auto anpassen

Ein eigenes Auto ist für viele Menschen lebenswichtig. Auch im Alter ist es für viele nach wie vor essentiell und sorgt für die nötige Mobilität. Deswegen ist ein Stellplatz in unmittelbarer Nähe zum Wohnraum für viele Menschen – ob jung oder alt – unverzichtbar geworden. Doch Garage ist nicht gleich Garage – es gibt einige Faktoren hinsichtlich Barrierefreiheit zu beachten.

  • Garagen, die direkt ans Haus angebaut sind, bieten den besten Komfort. So reduziert sich der Gehweg auf wenige Meter und auch Einkäufe müssen nicht allzu weit geschleppt werden.
  • Es ist ratsam, die Garage mit einem elektrischen Antrieb auszustatten. So lässt sie sich nicht nur bequem per Knopfdruck öffnen und schließen, sondern ist auch sicherer. Eine gute Auflistung an modernen Garagentoren finden Sie hier. Auf diese Weise lässt sich die Entscheidung welche Art von Tor es werden soll, ganz einfach treffen. Befindet sich am Grundstücksanfang ebenfalls noch ein Tor, sollte auch dieses mit einem elektrischen Antrieb nachgerüstet werden.
  • Auch ein automatisches Lichtsystem in der Garage, welches beim Betreten oder Befahren aktiv wird, ist dabei vor allem in der Abenddämmerung zu empfehlen.
  • Auf ausreichend Bewegungsfläche im Inneren der Garage sollte ebenfalls geachtet werden, damit alle Beteiligten gut und sicher ins Fahrzeug einsteigen bzw. wieder aussteigen können.
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