22.09.2020

Stromkosten senken durch Energie­einsparung und Selbsterzeugung

photovoltaik, solaranlage, dach, familie

Durch die sinkende EEG-Umlage wird sich die Nutzung selbsterzeugten Stroms in den nächsten Jahren tendenziell immer mehr lohnen.

Nicht nur hohe Energiekosten, sondern auch ein verändertes Bewusstsein bringen immer mehr Menschen dazu, ihre Lebensgewohnheiten grundlegend zu überdenken.

Dass den erneuerbaren Energien die Zukunft gehört, darüber sind sich inzwischen fast alle einig. Doch der Umstieg braucht seine Zeit und kostet viel Geld. Damit Verbraucher die Belastungen besser stemmen können, führt derzeit kein Weg an Maßnahmen zur Energieeinsparung vorbei.

Um Energieeinsparung zu fördern, hat sich die Politik allerhand einfallen lassen. Hierzu gehören beispielsweise Förderprogramme für energieeffizientes Bauen und zur energetischen Modernisierung von Wohnungen. Durch Dämmung von Häusern lassen sich beispielsweise die Heizkosten deutlich senken. Solche Programme sind aber nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen unsere alltäglichen Verhaltensmuster zur Diskussion, denn durch eine Änderung von Verbrauchsgewohnheiten lässt sich der Stromverbrauch im Haushalt ebenso nachhaltig senken wie durch den Einsatz energieeffizienter Haushaltsgeräte.

Neben der Einsparung von Energie gibt es aber noch weitere Möglichkeiten. Hier ist vor allem die Selbsterzeugung von elektrischem Strom durch Photovoltaik-Anlagen gemeint. Wer eine PV-Anlage bei sich installieren möchte, hat zunächst viele offene Fragen. Zum Beispiel nach der Leistung der Anlage sowie der Art und Ausrichtung der Solarmodule. Die Planung einer Solaranlage will schließlich gut überlegt sein. Ein weiterer wichtiger Aspekt betrifft die Art der Nutzung, um die es hier gehen soll.

Eigenverbrauch vs. Einspeisung

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, eine PV-Anlage zu nutzen: zur Stromerzeugung für den Eigenverbrauch oder zur Einspeisung des selbst erzeugten Stroms ins öffentliche Stromnetz. Was sich wirtschaftlich am besten rechnet, hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Jahresverbrauch und der Jahresleistung der Anlage und eventuell der Befreiungsmöglichkeit von der EEG-Umlage. Was vielen vielleicht nicht bekannt ist: Die Umlage müssen nicht nur Stromkunden zahlen, sondern auch Anlagenbetreiber für den Verbrauch ihres selbst erzeugten Stroms. Hier ist es gut zu wissen, dass die EEG-Umlage in den nächsten Jahren tendenziell sinkt. Mit anderen Worten: Die Nutzung des selbst erzeugten Stroms wird sich immer mehr lohnen. Auf der anderen Seite erhält der Erzeuger für seinen eingespeisten Strom immer weniger an Vergütung. Die Einspeisevergütung pro kWh ist für 20 Jahre ab Inbetriebnahme der Anlage fix. Was ein Betreiber bei der Einspeisevergütung tendenziell weniger erhält, gewinnt er auf der anderen Seite durch eine sinkende EEG-Umlage, also sobald sich der Verbrauchsanteil am selbst erzeugten Strom erhöht. Kurzum: Es gilt das optimale Verhältnis zwischen Eigenverbrauch und Einspeisung zu finden.

Steuerliche Vorteile

Die meisten Hausbesitzer fragen sich: Lohnt sich die Investition in eine Solaranlage überhaupt noch? Grundsätzlich ist diese Frage mit ja zu beantworten, zumal die Preise für Solaranlagen & Co. in den letzten Jahren stark gesunken sind. Steuerlich interessant wird es, wenn der Betreiber den Strom ins Netz einspeist und nicht mehr als 17.500 Euro jährlich damit umsetzt. Er kann sich dann als Kleinunternehmer anmelden und bekommt die Umsatzsteuer vom Finanzamt erstattet. Zudem lassen sich die Anschaffungskosten der Anlage als Betriebsausgaben absetzen. Wer also seinen Strom ins Netz einspeist und unter dem Schwellwert von 17.500 Euro Umsatz im Jahr bleibt, für den lohnt sich der Betrieb einer Fotovoltaikanlage in jedem Fall.

Fördermöglichkeiten

Nach wie vor fördert der Staat die Anschaffung einer Solaranlage. Zinsgünstige Darlehen durch die KfW und diverse regionale Förderprogramme der Kommunen machen die Anschaffung einer Solaranlage auch 20 Jahre nach der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes weiterhin attraktiv. Wer sich für eine Fotovoltaikanlage interessiert, sollte sich bei der Verwaltung seiner Stadt oder Gemeinde über die Möglichkeiten einer Förderung informieren.

Fazit

Zum Energiesparen gibt es kaum eine vernünftige Alternative. Zwar hat die Regierung im Rahmen ihrer Corona-Hilfspakete die Deckelung der EEG-Umlage in Aussicht gestellt. Ob sie tatsächlich in den nächsten Jahren noch weiter sinken wird, lässt sich nicht absehen. Ebenso ungewiss ist, ob der Staat die Umlage zukünftig aus Steuermitteln finanzieren wird, was dann womöglich Steuererhöhungen zur Folge hat. Für den Verbraucher, der unter den hohen Strompreisen – vor allem wegen der hohen EEG-Umlage – leidet, gibt es kaum Alternativen. Energiesparende Geräte, energetische Sanierung und wenn möglich eine eigene Stromproduktion auf dem Dach sind die besten Maßnahmen, um sich gegen zu hohe Strompreise zu wappnen.

Besucher interessierte auch
News
Junge Frau, Parkett, Vinyl, Holz, Bodenbelag, barfuß

Beim Energiesparen gibt es viele Strategien. Auch durch den passenden Bodenbelag lassen sich Kosten...
[mehr]

weitere News




Video
Interview
Wann lohnt
sich eine
energetische
Sanierung?
´

Ein Interview mit Eberhard Hinz, Experte für nachhaltigen Wohnungsbau.
[mehr]


Buchtipp
Haus
Sanieren &
Modernisieren
´

Die Stiftung Warentest zeigt Ihnen, wie Sie Ihr Haus erfolgreich energetisch sanieren.
[mehr]


Beliebt
Studie
Beratung vor Sanierung ist wichtig!

Studie deckt auf: Ohne Energieberater zahlt man drauf!
[mehr]