17.07.2023

Dämmstoffe im Vergleich: Vorteile, Nachteile und wichtige Tipps

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Schutz vor der Kälte: Zwischensparrendämmung

Beim Hausbau ist die Dämmung ein wichtiger Faktor, dem Bauherren und Gewerke gleichermaßen große Aufmerksamkeit schenken müssen.

Nach wie vor dient die Dämmung dazu, Wärmeverlusten entgegenzuwirken und das Haus vor Einflüssen von außen zu schützen. Auch im Rahmen der energetischen Gebäudesanierung ist eine hochwertige Dämmung notwendig, um die Einsparpotenziale moderner Heizsysteme auszunutzen. Doch welche Dämmstoffe sind die besten? Das verrät unser Artikel.

Diese Faktoren beeinflussen die Dämmung im Haus

Grundsätzlich sind Dämmstoffe dazu da, die Wärme im Haus zu halten. Es gibt verschiedene Faktoren, die bei der Wahl der Dämmung Berücksichtigung finden sollten. Hinzu kommen Kriterien wie Preis, Brandschutz, Umweltfreundlichkeit und mehr. Zwar soll jedes Material dazu beitragen, die Heizkosten zu senken. Es gibt dennoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Dämmstoffen. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind:
●    Wärmeleitfähigkeit
●    Wärmeleitstufe
●    Wärmedurchgangskoeffizient, auch U-Wert genannt
Die Wärmeleitfähigkeit und -stufe zeigen die Durchlässigkeit des jeweiligen Materials an. Stoffe mit einer Wärmeleitfähigkeit von weniger als 0,1 W/mK gelten als Dämmstoffe. Die meisten Materialien haben einen Wert von 0,035 W/mK. Das bedeutet, dass 0,035 Watt pro einem Meter Materialdicke verlorengehen, wenn der Temperaturunterschied ein Grad Kelvin beträgt. Die Wärmeleitstufe wäre in diesem Fallen 035. Je besser die Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs ist, desto dünner darf die Dämmschicht sein, um effektiv zu dämmen. Bei 0,035 W/mK werden beispielsweise etwa 12 Zentimeter Dämmschicht benötigt.

Wir unterscheiden drei grundsätzliche Arten von Dämmstoffen

Es gibt viele Möglichkeiten, Dämmstoffe zu beziehen. Bauherren finden viele Dämmstoffe bei Globus Baumarkt, auch verschiedene Online-Shops und Großhändler bieten Dämmmaterialien an. Die verschiedenen Baustoffe lassen sich in drei Kategorien einteilen: synthetische, mineralische und natürliche Dämmmaterialien. Alle Kategorien bieten dabei spezifische Vorteile. So sind synthetische Stoffe vor allem in der Fassadendämmung von Kellern beliebt, weil sie hoher Druckeinwirkung standhalten und feuchtigkeitsresistent sind. Natürliche Dämmmaterialien sind umweltfreundlich und mineralische Stoffe verfügen über eine hohe Brandschutzklasse und sind somit bei der Dachdämmung besonders beliebt.

Beliebte Dämmmaterialien im Vergleich

Im Folgenden geben wir einen Überblick über Materialien, die häufig zur Dämmung eingesetzt werden und ihre spezifischen Besonderheiten und Einsatzgebiete.

Glaswolle

Glaswolle wird meist in Form von Dämmplatten angewendet. Es handelt sich um einen mineralischen Dämmstoff, der sowohl bei der Dach- als auch der Fassadendämmung zum Einsatz kommt. Bei der Dachdämmung ist Glaswolle für die Zwischensparrendämmung geeignet. Die Wärmeleitfähigkeit von Glaswolle liegt bei 0,030 bis 0,040 W/mK. Folgende Vorteile bringt Glaswolle mit:

  • nicht brennbar
  • schimmelresistent
  • gegen Ungeziefer resistent

Pro 100 Quadratmeter kostet Glaswolle rund 4.500 bis 6.500 Euro für Material und Einbau.

Holzwolle

Holzwolle ist ein natürliches Dämmmaterial und besteht aus Holzfasern. Holzwolle ist in der Herstellung sehr umweltfreundlich und wird ebenfalls in Fassaden und bei der Dachdämmung eingesetzt. Holzwolle hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,090 W/mK. Aus diesen Gründen ist Holzwolle beliebt:

  • gegen Ungeziefer resistent
  • gegen Pilze resistent
  • guter Hitzeschutz
  • für Holzfachwerk geeignet

Für eine 100 Quadratmeter Dämmung kalkulieren Bauherren etwa 7.900 Euro für Material und Einbau.

Steinwolle

Steinwolle ist, wie Glasfaser, ein mineralischer Dämmstoff und hat ebenfalls eine Wärmeleitfähigkeit von 0,030 bis 0,040 W/mK. Wärmeplatten aus Steinwolle kommen bei Decken, Dächern, Wänden und Fassaden zum Einsatz. Steinwolle gilt als Allrounder unter den Dämmmaterialien. Steinwolle bringt einige Vorteile mit:

  • nicht brennbar
  • geringe Dicke notwendig, um gute Ergebnisse zu erzielen
  • gegen Schimmel resistent
  • gegen Ungeziefer resistent
  • guter Schallschutz

Für eine Dämmung von 100 Quadratmetern kommen Kosten in Höhe von 3.500 bis 8.500 Euro auf Bauherren zu. Diese Diskrepanz ergibt sich daraus, dass mit Steinwolle sowohl Einblasdämmung als auch die Dämmung per Dämmmatten möglich ist. Dämmmatten sind im Einbau etwas kostenintensiver, eignen sich allerdings primär für begehbare Geschossdecken.

Holzfaser

Neben Holzwolle sind Holzfasern sehr beliebt in der Dämmung. Die Wärmeleitfähigkeit von reinen Holzfasern ist etwas niedriger als die von Holzwolle: Sie liegt bei 0,040 bis 0,055 W/mK. Es gibt für Holzfaser als Dämmstoff vielfältige Einsatzbereiche, beispielsweise Estrich, Dachdämmung oder Wärmedämmverbundsysteme. Folgende Punkte sprechen für den Einsatz von Holzfaser:

  • gute Dämmwirkung
  • geringe Dicke notwendig
  • gute Wärmespeicherkapazität

Holzfaser ist ein relativ kostenintensives Produkt und schlägt mit Kosten von bis zu 20.000 Euro pro 100 Quadratmeter zu Buche. Die Kosten für den Einbau liegen dabei bei 150 Euro pro Quadratmeter Dämmung. Eine günstige Alternative zu Holzfaser ist die Dämmung mit Hanf.

Hartschaum

Polyurethan und Polyisocyanurat sind beliebte synthetische Dämmstoffe. Die Hartschaumplatten werden auf Erdölbasis hergestellt und sind vielseitig einsetzbar. PIR hat gegenüber Polyurethan den entscheidenden Vorteil, nicht brandleitend zu sein. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,025 bis 0,030 W/mK weisen beide Stoffe sehr gute Werte auf. Folgende Vorteile bringen PIR und PUR mit:

  • geringes Eigengewicht
  • gute Dämmeigenschaften
  • witterungsbeständig
  • wasserabweisend
  • geringe Dämmdicke notwendig

Die Kosten für eine Dämmung mit Hartschaumplatten liegen bei 20.000 bis 21.000 Euro für 100 Quadratmeter. Der Einbau ist dabei bei beiden Varianten mit 130 Euro pro Quadratmeter gleichmäßig teuer, PIR ist in der Anschaffung jedoch etwas preisintensiver.

Expandiertes Polystyrol

Dieser Dämmstoff, kurz EPS genannt, verfügt über eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 bis 0,040 W/mK. Es handelt sich dabei um klassisches Styropor, das auch in der Verpackungsindustrie sehr beliebt ist. Achtung: EPS ist normal entflammbar! Dennoch wird Styropor häufig zur Dämmung verwendet, vor allem bei Trittschalldämmung und zur Perimeterdämmung. Folgende Vorteile weist Styropor auf:

  • verwittert nur langsam
  • feuchtigkeitsbeständig
  • geringes Eigengewicht
  • druckresistent
  • geringe Dämmdicke notwendig

Die Kosten für eine Dämmung von 100 Quadratmetern liegen mit EPS bei rund 2.300 Euro. Damit ist Styropor als Dämmstoff vergleichsweise günstig.

Extrudiertes Polystyrol

Ein weiterer synthetischer Dämmstoff ist XPS. Er kommt in Form von Hartschaumplatten vor und läuft häufig unter dem Markennamen „Styrodur“. XPS kommt häufig bei der Dämmung von Bodenplatten und Decken zum Einsatz und wird auch bei der Fassadendämmung eingesetzt. Vor allem zur nachträglichen Wärmedämmung von Wärmebrücken ist Styrodur beliebt. Die Wärmeleitfähigkeit liegt auch hier bei 0,030 bis 0,040 W/mK. Die folgenden Punkte sprechen für diesen Dämmstoff:

  • Formbeständigkeit
  • geringe Dicke notwendig

Bei 100 Quadratmetern kommen Kosten in Höhe von etwa 6.500 Euro auf Bauherren zu.
 

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